Monatsarchiv für Februar 2009

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Hoffnung

28. Feb. 2009 · 39.267 mal gelesen | 3 Kommentare »

Schon ein bisschen älter, aber immer wieder ganz aktuell:

hoffnung

Barbarisch

27. Feb. 2009 · 1.455 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Am Dienstag hat das Landesarbeitsgericht Berlin geurteilt, dass die fristlose Entlassung einer Kassiererin rechtens ist, auch wenn sie nur Pfandbons im Wert von 1,30 Euro unterschlagen hat.

Dieses Urteil hat einigen Wirbel verursacht. Die Zeitung mit den großen Buchstaben hat der Geschichte eine Titelseite gewidmet. Und auch sonst kann man fast überall von dem Fall lesen und hören.

Gestern hat sich jetzt auch Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) zu Wort gemeldet:

„Das ist ein barbarisches Urteil von asozialer Qualität“

Es verletze das Gerechtigkeitsempfinden, dass die Frau „wegen einer Nichtigkeit“ entlassen werde (Stuttgarter Nachrichten).

Herr Thierse hat übersehen, dass es ‚das Gerechtigkeitsempfinden‘ nicht gibt. Jedes Empfinden, so auch das Gerechtigkeitsempfinden, ist immer subjektiv.

Mein subjektives Gerechtigkeitsempfinden wird dadurch verletzt, dass es anscheinend eine Nichtigkeit sein soll, das Eigentum anderer zu entwenden. Diebstahl ist keine Nichtigkeit. Für mich spielt es dabei keine Rolle, ob es sich um 1,30 Euro oder sonst irgend einen Betrag handelt.

In unserer Gesellschaft ist Ehrlichkeit sehr selten geworden. Völlig normal und weit verbreitet sind dagegen kleine oder große Tricksereien bei der Steuererklärung, Nebenverdienste oder geringere Kosten durch Schwarzarbeit, kleinere oder größere Missachtungen von Eigentumsverhältnissen usw. usw.

Einen Diebstahl und den dazu gehörigen Vertrauensverlust als Nichtigkeit zu bezeichnen, ist in meinen Augen nichts anderes als Anstiftung zum Diebstahl. Das Urteil des Gerichtes, das sich auf bestehendes Recht beruft, als barbarisch zu bezeichnen, ist ein Schlag ins Gesicht der Richter.

Selbst wenn hinter dem Fall mehr stehen sollte als nur die 1,30 Euro (wie bei Spiegelfechter zu lesen ist), selbst dann bleibt der Beitrag von Wolfgang Thierse eine populistische Peinlichkeit.

Nochmal Musik

26. Feb. 2009 · 1.751 mal gelesen | 2 Kommentare »

Auch heute gleich noch mal ein Musik-Video. im Gegensatz zu gestern aber heute keine handgemachte Musik, sondern zur Abwechslung mal ein Liedchen, das man bei Stromausfall wohl eher nicht live aufführen kann. Witzig ist die Musik auf jeden Fall.

Witzig gemacht ist das dazu gehörende Musikvideo auch. Allerdings glaube ich, dass es ein wenig eintönig auf geschlechtsspezifischen Vorurteilen zum Straßenverkehr herum reitet. Wenn man nur die Bilder sieht, könnte man meinen, dass hier die empirisch nicht bestätigte Meinung verbreitet werden soll, Frauen haben Probleme bei der Bedienung von Automobilen.

Link: Frauen und Auto fahren

Ach übrigens: kann mir irgendjemand sagen, wie das Lied heißt?

Show of Hands

25. Feb. 2009 · 1.853 mal gelesen | 1 Kommentar »

Immer mal wieder kommt es vor, dass mich Musik schon beim ersten Hören begeistert. Gestern Abend war mal wieder so ein Moment. Im Radio lief das britische Duo ‚Show of Hands‚.

Steve Knightley und Phil Beer machen mitreißende Akustik-Musik. Also für mich ist es unmöglich, dabei still zu sitzen. Zumindest Tischplatten-Percussions sind Pflicht. Wer das Glück hat, dass unter ihm niemand wohnt, darf gerne auch dem Drang nachgeben, kräftig mit zu stampfen …

Aber seht und hört selbst:

Rezept des Monats

24. Feb. 2009 · 1.826 mal gelesen | 1 Kommentar »

Ich überlege mir schon längere Zeit, ob ich nicht immer mal wieder hier ein Kochrezept veröffentlichen soll. Zuerst aber etwas ganz anderes…

Dieses Bild habe ich vor ein paar Tagen bei failblog.org gefunden:

fail owned pwned pictures
failblog.org

Interessante, ausbaufähige Geschäftsidee, oder!?

So, jetzt aber zum Rezept des Monats:

‚Ofenschnitzel Hawaii‘

Man nehme (für 4 Personen):

– Schnitzel mit Salz, Paprika und Pfeffer würzen.
– Mit wenig Fett in einer Pfanne von beiden Seiten kurz scharf anbraten.
– Mit Sahne ablöschen.
– Schnitzel und Sahne in eine Auflaufform legen.
– Schinkenscheiben, Ananas und Käse auf die Schnitzel legen.
– Nach Geschmack mit etwas Curry bestreuen.
– Im vorgeheizten Backofen bei ca. 200° C  20 min. lang überbacken.
Fertig. Lecker!

Guten Appetit wünscht Pumi.

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Ach ja, nochmal zurück zu dem Bild vom Failblog:

Ich finde, es ist eine wirklich drollige Idee, für teures Geld etwas zu verkaufen, was jeder problemlos selbst machen kann. Seien es Schneebälle oder sei es ganz etwas anderes…

Was um alles in der Welt mag in dieser Packung Fix für Ofenschnitzel drin sein, wenn man dazu noch Schnitzel, Schinken, Ananas, Sahne und Käse braucht?

Vermutlich ist der einzige Fehler des Schneeballverkäufers, dass er seiner Kundschaft nicht das Gefühl gibt, sie habe die Schneebälle selbst gemacht.

Vielleicht müsste er nicht die fertigen Schneebälle anbieten, sondern eine Tüte mit einer Fix-Mischung für Schneebälle. Aufschrift: „Frisch dazu: 150g Schnee“.

And the Oscar goes to…

23. Feb. 2009 · 1.404 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Nein, ich möchte nicht damit prahlen, dass ich in meiner Vorschau auf das Jahr 2009 den hochroten Kopf von Uli Hoeneß nach dem Spiel gegen Köln genauso richtig vorhergesagt habe, wie den Oscar für einen deutschen Film.

Ich möchte auch nicht weiter auf die Oscar-Verleihung in der vergangenen Nacht eingehen – das können andere sicher eindrücklicher beschreiben. Ich finde Oscar-Verleihungen eh nicht so sonderlich interessant – abgesehen von einigen wenigen Momenten, die man nie vergessen wird.

Allen voran der unvergleichliche Auftritt von Roberto Benigni, als er 1999 den (hochverdienten) Oscar für ‚La Vita è bella‚ als bester fremdsprachiger Film überreicht bekam:

benigni

Legendär seine Klettertour über die Sitze seiner Kollegen und seine Dankesrede für seine Eltern:

„And also I want to thank my parents […] They gave me the biggest gift: Poverty“

Wie gesagt: ein unvergesslicher Moment.

Mathe für Anfänger (7)

23. Feb. 2009 · 2.562 mal gelesen | 1 Kommentar »

Und auch heute wieder ein weiterer Teil aus der Reihe “Mathe für Anfänger“.

Heute: „Proportionale Zuordnungen“.

Eine Zuordnung nennt man dann proportional, wenn dem n-fachen der einen Größe auch das n-fache der zweiten Größe zugeordnet wird.

So ist z.B. die Zuordnung ‚Zeit -> Weg‘ bei konstanter Geschwindigkeit proportional. Auch die Zuordnung ‚Schneevolumen -> Gewicht‘ ist bei gleich bleibender Schneekonsistenz proportional.

Weitere Beispiele:

Einfach zu erkennen sind proportionale Zuordnungen, wenn man sie mit ‚je mehr…, desto mehr…‘ beschreiben kann.

Also: Je mehr Schnee man räumen muss, desto mehr freut man sich auf den Frühling.

Mal wieder Fußball

22. Feb. 2009 · 1.464 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Gestern habe ich mal wieder ein ganz besonderes Fußballspiel gesehen.

Hier nur ein paar Gesprächsfetzen, aufgeschnappt auf dem Weg aus dem Stadion:

Wir haben ein unvergessliches Kampfspiel mit sechs Toren gesehen. Der VfB Stuttgart zeigte 100%igen Einsatz und war über weite Strecken überlegen. Durch haarsträubende individuelle Fehler haben sie sich um den verdienten Lohn für ihre Arbeit gebracht.

Hoffenheim konnte einen Punkt entführen, weil sie Artur Boka vom Platz getreten haben und dann die Fehler der Stuttgarter eiskalt ausnützten (abgesehen von dem vergebenen Elfmeter in der letzten Spielminute). Letzten Endes muss man sich auf beiden Seiten über einen gewonnenen Punkt und ein unvergessliches 3:3 freuen.

Und Mario Gomez hat Recht: die Hoffenheimer (insbesondere Salihovic und Vorsah) haben sehr viel Sympathie verspielt – genauso wie Jens Lehmann.

Heinz Erhardt zum 100.

21. Feb. 2009 · 1.530 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Bereits gestern wäre der 100. Geburtstag von Heinz Erhardt gewesen. Grund genug, einen der größten deutschen Komiker zu Wort kommen zu lassen.

Bei allen, die gestern an Heinz Erhardt erinnerten, wurde er als Meister des Kalauers und des albernen Wortspiels vorgestellt. Das ist auch richtig so. Bekannt Legendär wurde er durch Gedichte, wie dieses:

Der Berg

Hätte man sämtliche Berge der Welt
Zusammengetragen und übereinander gestellt
Und wäre zu Füßen dieses Massivs
Ein riesiges Meer, ein breites und tief’s
Und stürzte dann unter Donnern und Blitzen
Der Berg in dies Meer
Na, das würd spritzen.

Wer solche Gedichte kennt und dazu die zahlreichen Kalauer-Filme aus der Wirtschaftswunderzeit, der würde kaum erwarten, dass Heinz Erhardt auch philosophisch wertvolles Gedankengut geschrieben hat. Doch, ehrlich:

Der Spatz

Es war einmal ein grauer Spatz,
der saß ganz oben auf dem Dache,
und unten hielt die Miezekatz
schon seit geraumer Weile Wache.

Da sagte sich das Spätzlein keck:
»Mich kann das Biest nicht überlisten!«
Bums, kam ein Habicht um die Eck
und holte sich den Optimisten.

So kann es allen denen gehn,
die glauben, nur sie wären die Schlauen.
Man darf nicht nur nach unten sehn,
man muss auch mal nach oben schauen!

Schämt euch

20. Feb. 2009 · 1.508 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Ich habe noch nie etwas dafür übrig gehabt, wenn Leute sich bei der Überlegung, wann sie fröhlich sind und wann nicht, nach dem Kalender richten. Schon als Kind konnte ich mit Fasching (oder Fasnet, Karneval oder wie auch immer man sagen mag) nicht viel anfangen.

Es ist nicht so, dass ich militanter Pappnasen-Gegner wäre. Aber ich kann dem „närrischen Treiben“ einfach überhaupt nichts abgewinnen. Normalerweise fällt es mir leicht, dass ganze weit gehend zu ignorieren. Manchmal klappt das aber auch nicht. Seit Dienstag überlege ich mir, ob und wenn ja wie ich es schaffen kann, eine der größten Fastnachts-Peinlichkeiten aller Zeiten zu ignorieren.

Sorry, ich habe es nicht geschafft, einfach darüber hinweg zu sehen. Ich schaffe es nicht, dazu zu schweigen. Ich muss es laut hinaus schreiben schreien:

Schämt euch!

narrinarro

Warum um alles in der Welt muss man für Rinderhüftsteak mit ‚Narri-Narro‘ werben?

Was denken wohl die Angehörigen, wenn sie unmittelbar neben der Todesanzeige ihrer lieben Mutter, Oma… den Jubel-Schrei ‚Narri-Narro‘ lesen müssen?

Wie hirnlos pietätslos muss man sein, die beiden Anzeigen direkt nebeneinander zu setzen?

Für mich einfach unverständlich!

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