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Fotobuch von Sparfoto.de

28. Jul. 2011 · 6.355 mal gelesen | 6 Kommentare »

[Trigami-Review]

In den letzten Jahren haben sich die Digitalkameras durchgesetzt. Zählt man Fotohandys mit dazu, gibt es wohl nur noch sehr wenige, die keine solche Kamera besitzt. Und wer kennt das nicht: nach dem Familienfest oder nach dem Urlaub packt man die Dutzende oder Hunderte Bilder auf die Festplatte. Ein paar einzelne Bilder druckt man sich vielleicht noch aus oder lässt sie entwickeln. Aber die meisten „verstauben“ auf der Festplatte und werden nie mehr angeschaut.

Ausweg: ein gedrucktes Fotobuch mit den schönsten Fotos und Erinnerungen.

Bei Sparfoto.de kann man das jetzt sogar als Echtfotobuch bestellen, bei dem die Seiten bleichtet und nicht gedruckt werden.

Zum Erstellen des Buches läd man zuerst das Programm FotoUP herunter, das größtenteils intuitiv und problemlos bedient werden kann (nur die Rückgängig-Schaltfläche habe ich erst nach langem Suchen gefunden).
Hier arrangiert man nun seine Fotos, kann die einzelnen Seiten mit versch. Hintergründen dekorieren oder Textblöcke einbauen.

Hat man alles nach seinen Wünschen gestaltet, schickt man das ganze Projekt los. Das dauert bei der großen Datenmenge für 24 (oder mehr) Seiten natürlich entsprechend lang, aber es ist auch die Möglichkeit vorgesehen, per CD zu bestellen.

Als Lieferzeit von der Bestellung bis zum Versand werden 3 Werktage versprochen und bei mir auch eingehalten. Ich habe die Bestellung Samstag abends abgeschickt und Mittwochs die Mail bekommen „Ihre Bestellung wurde versendet“.

Von der Qualität des Buches bin ich sehr begeistert. Die Fotos sind gestochen scharf. Und das hochwertige, etwas stärkere Papier begeistert mich auch.

Und so habe ich jetzt eine sehr schöne Erinnerung an meine Radtour, die garantiert nicht irgendwo verstauben wird.

Sorgen

8. Jul. 2011 · 4.411 mal gelesen | 1 Kommentar »

Nein, es ist mir nichts passiert auf der Tour. Es gibt keinen Grund, euch Sorgen zu machen.

Ich habe die Tour (nahezu) wie geplant weiter fahren können und bin wohlbehalten und fast ohne negative Zwischenfälle in Nizza und zwei Tage später zu Hause angekommen.

Es war nur so, dass zum einen in den Hotels der diversen Bergdörfchen die Möglichkeiten ins Internet zu kommen eingeschränkt (oder teuer) waren. Zum anderen hatte ich irgendwann auch schlicht keine Lust mehr, nach bis zu 10 Stunden auf dem Rad noch Bilder zuzuschneiden und hochzuladen und Berichte zu schreiben, sondern nutzte die Zeit lieber dafür, mich zu erholen und/oder wegen irgendwelchen Zwischenfällen (Wetterbericht, Straßensperrungen, überfüllte Hotels…) die Strecke neu zu planen. Drum habe ich die Live-Berichterstattung irgendwann eingestellt und die genialen Eindrücke von meiner Reise (vorerst) für mich behalten. Ich hoffe, ihr habt dafür Verständnis.

Ich habe aber über 1000 zum Teil grandios geniale Bilder und Film-Schnipsel und auch genug Aufzeichnungen und Notizen, so dass ich die fehlenden Berichte in den kommenden Tagen nachliefern kann und werde.

An dieser Stelle nur das vorgezogene Fazit:

Es war einfach genial !

Zweites Frühstück auf dem Weg zum Col de la Bonette

Ehrenrunde – Tag 8

17. Jun. 2011 · 5.020 mal gelesen | 5 Kommentare »

Wenn sich in den letzten Tagen jemand gefragt hat, ob ich wohl so langsam die Lust aufs Radfahren oder gar die Kraft dazu verlieren würde, für den hatte ich heute den Gegenbeweis:

Von Anfang an habe ich ein paar solcher „unnötiger“ Kringel in die Tour eingeplant. Den ersten geplanten Kringel musste ich vorgestern auslassen, um den einen Tag Verspätung durch den Regentag in Wangen wieder aufzuholen. Der Ehrenrunde um Andermatt stand nichts entgegen – abgesehen vom nicht ganz optimalen Wetterbericht für den Nachmittag.

Zum ersten Mal seit einer Woche konnte ich ohne den Rucksack fahren. Den Gepäckträger und die Tasche hatte ich trotzdem dabei – so konnte ich genug Kleider und Vesper mitnehmen.

Los geht es fast eben bis nach Realp. Dort beginnt die Steigung zum Furkapass gleich recht steil mit einigen Serpentinen.

Schnell hat man die 2000m-Marke erreicht. Von da an kann man die Passhöhe schon erkennen und die Straße zieht sich gleichmäßig am Hang entlang.

Mit erstaunlich wenig Anstrengung habe ich die Passhöhe erreicht. Und  gleich ging es wieder hinab, vorbei am Hotel Belvedere, von wo aus man sich den Rhonegletscher von innen anschauen kann. Darauf hatte ich aber keine Lust – ich hatte ja noch einiges vor mir.

In Gletsch zweigt der Grimselpass ab. Hier soll Udo Bölz gefragt haben: „Wer hat die Straße an die Wand genagelt?“
Für mich steht der Grimselpass erst morgen auf dem Programm. Heute ging es weiter bergab bis Ulrichen. Von dort geht es den Berg hinauf ins Agenetal zum Nufenenpass.

Auch hier geht es recht steil los, bevor es ein längeres flaches Stück gibt. Die letzten 400 Höhenmeter werden nochmal mit einigen steilen Serpentinen bezwungen.

Auf der Passhöhe angekommen, konnte ich von Nahem erleben, was eine Wetterscheide ist: scheinte bis zum Pass noch manchmal die Sonne durch den bewölkten Himmel, war das ganze Val Bedretto quasi mit Nebel gefüllt.

Die Straße war trocken, die Sicht OK. Also freute ich mich, dass ich warme Kleider dabei hatte, machte mein Rücklicht an und wagte mich in die Abfahrt. Etwas anderes blieb mir ja auch nicht übrig.

Kurz vor dem tiefsten Punkt in Airolo begann ein leichter Nieselregen – das konnte ja spaßig werden auf den letzten 1ooo Höhenmetern und 13 km bis zum Gotthardpass – und vor allem auf der Abfahrt wieder hinunter.

Am Beginn der Steigung nieselte es noch. Das hörte nach ca. 2 km auf, aber der Nebel wurde immer dichter. Neben der Straße konnte ich so gut wie nichts erkennen. In Fahrtrichtung betrug die Sicht zwischen 30 und 50 Metern. So muss das Gefühl sein, wenn man auf einem Hometrainer in einer leeren Garage mit dem Gesicht zur Wand trainiert – nur dass in der Garage keine Autos und Lastwagen um einen herum fahren.

Zum Glück konnte ich mich daran erinnern, dass kurz vor dem Tunnel ein Kiosk am Straßenrand steht. Ich hätte es sonst nicht gesehen. Und zum Glück hat das Kiosk eine Panorama-Terrasse – muss eine gute Aussicht sein von dort…

Nach dem Tunnel (in dem die Sicht besser war als draußen) habe ich den See an der Passhöhe erreicht, aber leider nicht gesehen.

Auch fand ich erstaunlicherweise niemand, der ein Foto von mir machen wollte. Also machte ich mich gleich wieder auf die Abfahrt.

Schon ca. 100 hm unter der Passhöhe war die Sicht wieder gut genug, dass ich normal abfahren konnte. In Hospental unten angekommen, war ich erleichterter als ich jemals auf einer Passhöhe war.

Tag 8: Andermatt – Andermatt, 108 km, 3140 hm, (Furkapass, Nufenenpass, Gotthardpass), ‚Ehrenrunde‘ mal ohne Gepäck, Wetter anfangs OK, Nieselregen und Nebel ab Airolo, trotz üblem Ende eine geniale Tour

Zwischenbericht – Die erste Woche

17. Jun. 2011 · 2.752 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Schneller als man denkt ist schon die erste Woche rum. Inzwischen stehen 770 km auf dem Tacho. Zeit für ein erstes Fazit:

Eigentlich läuft alles wie erwartet (oder besser).

Technisch:

kein Problem bisher. Ein einziger Schaltfehler nach 500km ist wohl nicht erwähnenswert. Wegen der vollen Lenkertasche hat ein Schaltzug an der Bremse gestreift und einen halben Millimeter Alu weg gerieben. Wurde aber gleich getapet. Reifen und Bremsen sehen noch gut aus. Da hatte ich wegen des großen Gewichts mit mehr Verschleiß gerechnet.

Körperlich:
auch da hatte ich deutlich mehr Probleme erwartet. Läuft richtig gut. Keine Muskelprobleme bisher. Erholung geht recht schnell. Ein paar wunde Stellen, wo der Rucksack reibt sind wohl normal und auch nicht wirklich schmerzend. Ein Insektenstich, der einen Tag lang recht unförmig angeschwollen ist unterm Helm.
Sonnenbrand habe ich noch keinen, aber die sehr deutlich sichtbaren Radfahrer-Streifen an den Armen, Beinen und -wo es besonders witzig aussieht- auf dem Kopf. Die Tatsache, dass der Helm sehr Luft durchlässig ist, führt dazu, dass die Sonne auch ganz gut bis zur reichlich vorhandenen Kopfhaut durch kommt. Und das wiederum führt dazu, dass ich irokesen-ähnliche Streifen auf dem Kopf hab (nein, ich hab noch kein taugliches Foto davon hin bekommen).

Tagesablauf:
Ich hab mich schnell an das Schlafen, Essen, Fahren, Essen, Schlafen gewöhnt. Mein Magen hat sich an exzessive Frühstücke gewöhnt. Und ich hab mich an die Blicke gewöhnt, wenn ich unterwegs Lebensmittelläden halb leer kaufe und das meiste gleich vor der Tür wegputze.
Mit den Hotels habe ich bisher immer Glück gehabt. Aber eigentlich interessiert mich da auch nur die Dusche und das Bett. Vielleicht noch ein Fernseher für den Wetterbericht.
Auch das tägliche Sachen richten, packen, aufladen ist zur (wenn auch lästigen) Routine geworden.

Pässe:

Fortsetzung folgt…

Phantomsteigung – Tag 7

16. Jun. 2011 · 2.996 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Vor solchen Etappen wie heute habe ich am meisten Respekt: nach einer sehr langen, relativ flachen Anfahrt ganz am Schluss noch ein schwerer Anstieg. Drei solche unberechenbaren Etappen habe ich auf dem Programm meiner Tour: die Etappe durchs Montafon zur Silveretta, die Etappe durchs Rhonetal nach Chamonix und eben die Etappe heute: durchs Hinterrheintal zum Oberalppass.

Zuerst ging es von Filisur mit einigem Auf und Ab hinunter via Tiefencastel und Sils bis nach Bonaduz. Dabei fuhr ich eine Weile mit einem Herrn mit Profi-Ausrüstung: SRAM-Leistungsmessungs-Kurbel am Vollcarbonrahmen mit Campagnolo Record Ausstattung. Das wäre ja nicht weiter erwähnenswert, wenn er nicht geschätzte 80 Jahre alt gewesen wäre.

Er hat mir übrigens auch erzählt, dass für den Oberalppass Schnee angesagt sei. Ich habe ihm nicht geglaubt – mein Wetterbericht hat was anderes erzählt. Und so fuhr ich weiter bei bestem Radfahr-Wetter…

Für die Rheinschlucht bieten sich 2 Routen an: die Hauptstraße nördlich des Rhein über Flims und Laax oder die Straße südlich durch die Rheinschlucht (Ruinaulta) über Versam nach Ilanz. Die schönere ist auf jeden Fall diese südliche Route.

Hier sieht und er-fährt man hautnah die Schlucht, die sich der Rhein gegraben hat. Die Straße windet sich abenteuerlich durch diese Schlucht, größten Teils einspurig und oft in und durch den Fels gegraben (was übrigens für den Linienbus kein Hindernis ist, hier auch zu fahren).

Nach einer kalorienreichen Mittagspause in Ilanz ging es weiter den Rhein hinauf. Zumindest zeigte mein Garmin an, dass es bergauf geht. Es sah nämlich über lange Strecken nicht nach einer Steigung aus – und dank kräftigem Rückenwind fühlte es sich auch nicht so an. So bekam ich die ersten paar hundert Höhenmeter quasi geschenkt.

Nach Disentis geht die Steigung dann auch spürbar los. Kurz darauf sieht man in Sedrun einen Teil der größten Baustelle der Welt (auf dem Bild im Hintergrund). Hier ist ein Zugang zum Gotthard-Basistunnel. Es gab/gibt übrigens Planungen, dass auch Sedrun einen unterirdischen Bahnhof bekommt. Allerdings nicht wie Stuttgart ein paar Meter unter der Erde, sondern hier soll es mit einem Aufzug 800m tief hinunter zur unterirdischen Porta Alpina gehen.

Ab Sedrun ist nur noch sehr wenig Verkehr und die Straße windet sich fast ohne richtig steile Stücke vollends den Berg hoch.

Im Bereich der Passhöhe verläuft entlang der Straße die Furka-Oberalp-Bahn, die die Steigung aber nur mit Zahnrad-Unterstützung schafft. Radfahrer bekommen die letzte psychologische Unterstützung aus dem Zug heraus von den winkenden, klatschenden Touristen.

 

Auf der Passhöhe musste ich feststellen, dass meine Französisch-Kenntnisse anscheinend ein bisschen eingerostet sind. Jedenfalls hatte ich Schwierigkeiten, den Radlern vom Genfer See meine Ausrüstung und mein Gepäck zu erklären…

Vom Oberalppass geht es nur noch 10 km auf sehr guter Straße bergab nach Andermatt. Auf hohe Geschwindigkeiten hatte ich keine Lust, weil der Wind doch recht heftig am Lenker wackelte. Das hebe ich mir dann lieber für morgen auf, wenn ich endlich mal einen Tag ohne Rucksack fahren kann.

Tag 7: Filisur – Andermatt, 120 km, 2050 hm, (Thusis, Versam, Disentis, Oberalppass), bewölkt, 1 km im Nieselregen

Höhentrainingslager – Tag 6

15. Jun. 2011 · 2.922 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Seit der Regenpause am Samstag hinke ich ja einen Tag hinter meiner Planung her. Deshalb habe ich den Plan für heute und morgen ein bisschen umgestellt: vom Engadin wollte ich ursprünglich über den Julierpass nach Filisur, um dann am Donnerstag eine „sinnlose“ Runde über Albula und Flüela zurück nach Filisur zu drehen.

Um den fehlenden Tag wieder rein zu holen, sollte es heute über den Albula nach Filisur und morgen gleich weiter Richtung Andermatt gehen. So hatte ich heute die kürzeste Etappe der Tour vor mir.
Gleich nach dem Aufstehen suchte ich den Himmel nach Wolken ab und stellte fest, dass fast keine zu sehen war.

Es konnte also nach dem Frühstück bestens gelaunt losgehen.
Das Tal von Livigno wird im Frühjahr und Sommer von vielen Leistungssportlern als
Höhentrainingslager genutzt. Und auch ich kam den ganzen Tag nirgends unter 1600 m ü.N.

Der Pass Forcola di Livigno steigt erst langsam, dann etwas steiler, aber nie unangenehm an. Oben war nichts los, nicht einmal die Grenzstation war besetzt. Nur die Murmeltiere hörte man pfeifen.

Nach der sehr schönen Abfahrt auf bestem Straßenbelag trifft man bei ungefähr 2000 m ü.N. auf die Berninastraße.
Es ist nicht einfach, so direkt von der Abfahrt wieder in die nächste Steigung hinein zu fahren. Aber ich hatte es ja nicht eilig…

Oben nur schnell der obligatorische Halt für das Beweisfoto und die Weste für die Abfahrt und schon ging es auf eine Abfahrt, wie man sie sich erträumt: perfekter Belag, weite Kurven, wenig Verkehr. Schade, dass man nicht dazu kommt, die Aussicht zu genießen.
Das dachte sich wohl auch die japanische Touristin, die an einer Haltebucht aus dem Bus direkt auf die Straße lief. Jetzt weiß sie, dass Radfahrer sehr leise und sehr schnell näher kommen können. Und ich weiß, dass meine (übrigens auch japanischen) Bremsen auch mit Gepäck gut funktionieren…

Und so kam auch ich noch zu meinem Panoramafoto

Gerade noch rechtzeitig vor Ladenschluss erreichte ich Pontresina um mich fürs Mittagessen einzudecken.
Nach einer ausgiebigen Pause (wie gesagt: ich hatte es ja nicht eilig) ging es vollends hinunter ins Engadin. Vorbei an St. Moritz bis La Punt, wo der Albulapass mit zweistelligen Steigungswerten los geht.

Inzwischen war es ein bisschen bewölkt und kühler geworden. Das war mir aber nur recht. Doch auch der letzte schwere Pass war irgendwann geschafft. Der letzte Kilometer vor der Passhöhe hat nur noch 1-2 Prozent Steigung. So kommt man fast „erholt“ oben an.

Das Foto hat übrigens ein junger Belgier gemacht, der von Zuhause bis zum Comer See radeln wollte. Was für Ideen manche Leute haben…

Tag 6: Livigno – Filisur, 81 km, 1450 hm, (Forcola di Livigno, Berninapass, Pontresina, Albulapass), bestes Wetter, ab Engadin leicht bewölkt

Hors Catégorie – Tag 5

14. Jun. 2011 · 2.816 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Wenn an einem Tag über 3000 Höhenmeter auf dem Programm stehen, dann ist es ein guter Ratschlag, zu Frühstücken, bis wirklich nichts mehr rein geht…
Nach genauem Studium der Wolken (und der blauen Lücken dazwischen) habe ich mich entschlossen, wie geplant eine der schwersten Etappen meiner Tour in Angriff zu nehmen.

Das Stilfser Joch mit seinen 48 Serpentinen ist nicht nur für Radfahrer ein Traum. Auch ca. 100 Motorradfahrer (aber so gut wie keine Autos) waren mit mir auf dem Weg auf den höchsten Pass der östlichen Alpen.
Heute hatte ich mehr Glück mit dem Wetter: bei Serpentine 26 fing es zwar an zu regnen. Aber kaum hatte ich die Regenjacke an, war es bei Serpentine 28 schon wieder vorbei…

Auf der Passhöhe der erwartete Trubel: Motorräder, Radfahrer aller Kategorien und Nationalitäten und sogar Skifahrer in voller Montur.

Auf der Abfahrt nach Bormio bekommt man noch den höchsten Pass der Schweiz „geschenkt“: ein Umweg von 200m und man ist da.
Die Straßenführung auf der Abfahrt nach Bormio ist nicht weniger schön als der Anstieg von Prad. Allerdings gibt es hier einige Tunnels und Lawinen-Galerien, die zur vorsichtigen Fahrt zwingen.
Oberhalb von Bormio zweigt die Straße Richtung Livigno ab. Das Gegenteil der Stelvio-Strecke: mindestens doppelt so breit und mit entsprechend viel Verkehr. Die LKWs werden zwar ab Valdidentro weniger, aber Autos fahren immer noch sehr viele.
Insgesamt sind es nochmal 900 hm bis zum Passo Foscagno. Die lohnen sich aber zumindest im oberen Bereich.

Immer wieder bieten sich sehr schöne Ausblicke.
Die Steigung ist auch nicht so groß, so dass man immer wieder auch weiter rechts liegende Ritzel verwenden kann.

Nach dem Passo Foscagno kommt nur eine kurze Abfahrt und ein Gegenanstieg von 3 km und 200 hm und schon ist man am Passo Eira.
Eine letzte Abfahrt und „schon“ bin ich in der Zona Franca di Livigno angekommen, wo an jedem 3. Haus irgendwas mit „Duty free“ steht und wo an Tankstellen alle Sorten zu zweistelligen Euro-Preisen verkauft werden.
Und am Ende eines solchen Tages ist es ein guter Ratschlag, Abend zu essen bis wirklich nichts mehr rein geht…

Tag 5: Prato – Livigno, 87 km, 3090 hm, (Stilfser Joch, Umbrailpass, Bormio, Passo Foscagno, Passo Eira), 5 min Regen, sonst bestes Wetter

Quäl dich – Tag 4

13. Jun. 2011 · 3.814 mal gelesen | 2 Kommentare »

Heute hatte ich schon morgens beim Losfahren Regen und nasse Straße. Gleich auf der Abfahrt von Galtür nach Landeck ist mir das Bekannte Udo-Bölz-Zitat eingefallen: „Quäl dich, du Sau!“
Zum Glück hatte „Rosi’s Feinkost“ trotz Feiertag offen.
Der Regen war zwar nicht stark, aber es gab auch keine Unterbrechung. Ab Landeck waren sehr viele Radreisende auf dem Inntal-Radweg unterwegs – irgendwie erleichternd, Leidensgenossen zu sehen.
Nach Pfunds steigt der Weg Richtung Reschenpass an. Ohne Regen wäre das ein richtig schöner Abschnitt gewesen.

Ab Nauders hat es dann endlich aufgehört zu regnen – grad rechtzeitig zum Endspurt zum Reschenpass.

Der Pass an sich ist bestimmt nichts besonderes. Der Reschensee ist ganz nett, aber es gab sehr viel Verkehr Richtung Meran.
Ich selbst bin im Vinschgau gleich nach Prad abgebogen. Dort war ich noch ca. 1 Stunde unterwegs um eine taugliche Unterkunft zu finden… Naja, wenigstens waren danach meine Kleider wieder trocken.

Tag 4: Galtür – Prato al Stelvio, 135 km, 1111 hm, Test des Durchhaltevermögens, 5 Stunden Regen, 1 Stunde trocken

Morgen wird sich dann zeigen, ob sich das „Quäl dich“ gelohnt hat. Das Stilfser Joch steht vor der Tür. Bei schlechtem Wetter die Abkürzung über den Ofenpass.

On the road again – Tag 3

12. Jun. 2011 · 2.718 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Es ist immer gefährlich, eine Entscheidung als vernünftig zu begründen. Falls man die Entscheidung dann am nächsten Tag revidiert, dann könnte einem das leicht als unvernünftig ausgelegt werden.
Wenn einem aber wider Erwarten die Sonne auf den (prächtig gedeckten) Frühstückstisch scheint, verliert man das Vertrauen in den Wetterbericht.

Ich bin also los gefahren mit dem Vorsatz, mich unterwegs zu entscheiden, ob ich die „Abkürzung“ oder doch den ursprünglich geplanten Kurs nehme.
Am Bodensee vorbei durch Bregenz waren nur vereinzelt Wolken zu sehen, also habe ich mich in Feldkirch dann entschlossen, Richtung Montafon und Silveretta abzubiegen. Eine gute Entscheidung. Auf ganz hervorragenden Radwegen geht es zunächst nur leicht bergauf. So hatte ich nach 100 km – bei bestem Radel-Wetter – in Schruns erst 500 Höhenmeter auf der Anzeige. Das ändert sich dann aber nach der Mautstation kurz nach Partenen radikal. Ab hier fällt die Steigung der Straße für die letzten 14 km nur noch ganz selten unter die 10%-Marke. Zum Glück gibt es genügend Möglichkeiten die Trinkflaschen wieder zu füllen (also ich meine Bächlein und nicht die Kühe)
Als ich dann endlich die erste „richtige“ Passhöhe meiner Tour auf 2032 m erreicht habe, war es zwar bewölkt, es gab aber keine Spur von Regen. Die herrliche, nicht ganz so kurvige Abfahrt habe ich in Galtür für ein extrem leckeres Abendessen und eine hoffentlich erholsame Übernachtung unterbrochen.

Tag 2: Wangen – Galtür, 142 km, 1970 hm, nach 100 flachen Kilometern richtig anstrengend, Wetter perfekt

Morgen ist leichter Regen angesagt, aber es soll auch „nur“ über 115 km und 1300 hm über Landeck und den Reschenpass nach Prad an den Fuß des Stilfser Jochs gehen.

Die Vernunft siegt – Tag 2

11. Jun. 2011 · 3.407 mal gelesen | 2 Kommentare »

Nachdem es gestern fast perfekt gelaufen ist und ich auch erstaunlich gut geschlafen habe, war heute Morgen die Enttäuschung groß: schwarze Wolken und strömender Regen nahmen mir die Motivation zum Fahrradfahren.

Der Wetterbericht hatte zwar „vereinzelt Regen“ angesagt, aber eigentlich sah die Vorhersage für heute besser aus als die für gestern. Nur vermutlich schaut sich das Wetter nicht bei www.wetter.com um – zumindest kümmert es sich nicht drum… Heute sah das Ganze auch bei www.wetter.com anders aus: „mäßiger bis starker Regen“ den ganzen Tag über und vor allem „Schneefallgrenze bei 2000 m“ – nicht gerade die besten Bedingungen für die erste Alpenetappe.

Nach einem ausgiebigen (und sehr leckeren) Frühstück habe ich nochmal die Wetterberichte und die Karten studiert und mit schwerem Herzen den Entschluss gefasst, dass ich den Plan für die nächsten Tage umwerfen muss.

Für heute wäre die Silveretta-Hochalpenstraße auf dem Programm gestanden, am Montag dann das Stilfser  Joch mit 2757 m. Auf der Webcam von dort kann man gut erkennen, dass es derzeit schneit und wirklich wüst aussieht. Für die nächsten Tage bringt die Vorhersage für diesen Bereich der Alpen keine deutliche Verbesserung.

Und so hat die Vernunft über die Unternehmungslust gesiegt. Ich habe mich entschlossen, heute garnicht weiter zu fahren. An den kommenden Tagen werde ich den ganzen Bereich auslassen und über Chur durch das Rheintal hinauf Richtung Andermatt fahren. Dadurch erreiche ich deutlich früher die westlichen Alpen wo das Wetter besser werden soll (Ich hoffe natürlich drauf, dass das Wetter sich dann tatsächlich an die Vorhersage hält…).

Die Entscheidung ist mich wirklich schwer gefallen. Ich muss ja damit nicht nur auf das Stilfser Joch (den zweithöchsten Pass der Alpen und meiner Tour) verzichten, sondern auch auf das Gebiet Engadin/Bergell, mit den Pässen Bernina, Julier, Albula und Flüela, wo ich vor 2 Wochen ein wunderschönes Wochenende verbracht habe.

Wie gesagt – die Vernunft muss in so einer Situation siegen. Ich habe noch einiges vor mir und möchte gesund ankommen.

Durch den geänderten Plan, gewinne ich etwa 3 Tage. Ich werde mir in der nächsten Zeit Gedanken machen, wie ich die in den französischen Alpen „sinnvoll“ nutzen kann. Ich stelle mal das Stichwort „Alpe d’Huez“ in den Raum…

Aber jetzt sitze ich erst mal -immer noch bei Regenwetter- im Hotelzimmer herum und schaue mir im Fernsehen das Critérium du Dauphiné an. Ein Radrennen, dass bei sonnigem Wetter durch die französischen Alpen führt. Vielleicht hätte ich meine Tour anders herum fahren sollen: von Nizza nach Mannenberg.

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