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Geblitzdingst

3. Jul. 2009 · 8 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Traditionen sind etwas wichtiges und wertvolles. Sich wiederholende Ereignisse geben ein Gefühl der Sicherheit.

So langsam glaube ich daran, dass sich in meinem Leben eine neue Tradition etablieren will: wie schon vor ziemlich genau einem Jahr hat heute mal wieder der Blitz bei mir eingeschlagen.

Ich weigere mich aber noch, mich an den alljährlichen Blitztreffer zu gewöhnen. Vor allem deshalb, weil es doch jedes Mal zu recht viel Rennerei führt (auch wenn sich da eine gewissen Routine einspielen könnte):

15:45 – Ich bin grad zuhause, weil eine Stunde abgesagt wurde.
15:55 – Ein Gewitter ist vorbei gezogen, der Himmel hellt sich auf.
16:00 – Ich setze mich nochmal schnell an den Computer bevor ich weiter muss.
16:05 – Ein Blitz zeitgleich mit einem infernalischen Knall schreckt mich hoch.
16:06 – Bei mir alles OK. Der rechte Arm fühlt sich so an, als ob ich einen leichten Stromschlag bekommen hätte. So in der Größenordnung eines Weidezauns. Kein Vergleich mit letztem Jahr.
16:07 – Der Strom ist weg. Computer, Licht und Radio aus. Das einzige, was man hört ist das Alarmpfeifen der Gefriertruhe.
16:08 – Das Telefon tut nicht. Liegt aber am Router, der keinen Strom bekommt.
16:09 – Die Nachbarschaft hat auch keinen Strom.
16:10 – Kann jetzt eh nichts ändern. Muss zur Nachhilfe, Parabeln erklären. Heftigster Regen. Wasser steht auf den Straßen.
17:30 – Strom ist immer noch nicht wieder da. Die Uhr am Schulhaus steht noch auf 16:05 – ‘n bisschen wie ‘Zurück in die Zukunft’
18:30 – Komisches Gefühl, so ruhig. Nur ein ‘Piep-Piep-Piep’ von der Gefriertruhe. So langsam überlege ich mir, ob ich den Inhalt evakuieren muss.
18:35 – Die Gefriertruhe ist ruhig. Die Hälfte des Hauses hat wieder Strom. War schon letztes Jahr so. Hängt damit zusammen, dass der früher landwirtschaftlich genutzte Teil einen gesonderten Stromanschluss hat.
18:36 – In der Wohnung selbst fehlt der Strom immer noch. Vermutlich muss wieder eine Hauptsicherung gewechselt werden.
18:37 – Erst mal Verlängerungskabel durch die Wohnung verlegen. Der Kühlschrank braucht dringend Strom.
18:40 – Mit zweitem Verlängerungskabel die anderen Geräte testen: TV, Anlage, Computer und Mikrowelle sind OK, aber den Router hat es wieder erwischt – kein Lebenszeichen.
18:45 – Wenn ich das Telefon direkt an die Leitung anschließe, tut es. Gleich versuchen, den Elektriker zu erreichen – keiner geht ran. Naja, bis morgen, zur Not bis über’s Wochenende komme ich schon klar.
19:30 – Neuen Router besorgt. Mein dritter in etwas mehr als einem Jahr!
20:15 – Bei den Eltern vorbei geschaut, mehr Verlängerungskabel holen. “Hast du in den Nachrichten gesehen, was für Gewitter da waren?” – “Hm, Nachrichten gibt’s bei mir grad keine, aber ich war live dabei.”
20:20 – Wieder daheim brennt das Licht und das Radio ist an. Häää? Der Strom ist in beiden Haushälften wieder da. Häää? Werd ich wirklich über zwei getrennte Leitungen versorgt, die mit einem Zeitabstand von eineinhalb Stunden wieder eingeschaltet werden? Naja, wenigstens brauch ich so keinen Elektriker…
22:00 – Computer kann wieder auf das Internet zugreifen. Das Einrichten des Routers erschien mir deutlich einfacher als letztes Jahr und vor allem beim ersten Mal. Routine ist doch etwas positives…

Und jetzt suche ich erst mal ein paar Steckerleisten mit Überspannungsschutz.

Alles Käse

2. Jul. 2009 · 19 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Meine Vermutung:
Die Verwirrung der Leute im Laden ist proportional zu den herrschenden Außentemperaturen.

Beleg:
Kunde: “Kann man den Mai-Gouda wohl noch essen? Immerhin ist ja schon Juli.”
Nicht ganz Käse-fachmännische Verkäuferin: “Wissen sie, das heiß nur, dass der Gouda von der neuen Ernte ist.”

Ich konnte mir weder das Lachen verkneifen, noch mir vorstellen, wie wohl Käse geerntet wird. Ob der wohl auf Bäumen oder Sträuchern wächst, auf dem Boden wie Melonen oder gar unterirdisch?
Vielleicht wollte sie ja auch tatsächlich sagen, dass der Mai-Gouda von der Milch gemacht wird, die im Mai gemolken wird, wenn die Kühe erstmals wieder Frischfutter bekommen. Vielleicht hat sie sich nur sehr unglücklich ausgedrückt.

Naja, so lange nicht wieder eine Kundin fragt, ob man den Montagnolo auch am Dienstag essen kann, kann es ruhig noch heißer werden.

Sofort endgültig raus

1. Jul. 2009 · 35 mal gelesen | 2 Kommentare »

Mein Klassenlehrer im Wirtschaftsgymnasium war ein herzensguter Mann. Kurz vor der Pensionierung, aber trotzdem motiviert, stets ein wenig überfordert, aber trotzdem nicht aus der Ruhe zu bringen – fast nicht.

Ich selbst war meistens ein pflegeleichter Schüler, zwar stets faul, aber selten störend. Rausgeworfen wurde ich in meiner ganzen Schullaufbahn vielleicht 5 mal.

An eine Ausnahme erinnere ich mich immer noch:

Anfang der Stunde, oben erwähnter Lehrer hat sich noch vorbereitet, noch herrschte allgemeine Unruhe. Um nicht durch das ganze Zimmer laufen zu müssen, habe ich eine leere Getränkedose in bester Dirk-Nowitzki-Manier (den damals noch niemand kannte) also eigentlich in Air-Jordan-Manier über die Zimmerwand und einen Metall-Schrank als Bande direkt zu einem klassischen 3-Punkte-Treffer in den Mülleimer versenkt. Ärgerlich, dass es in der Zwischenzeit völlig ruhig war und der Lehrer durch das infernalische Geschepper davon abgehalten wurde anzufangen.

Mit rotem Kopf und einer Lautstärke, die ihm niemand zugetraut hätte und über die er selbst wohl genauso erschrocken war wie alle anderen, schrie er mir nur zwei Worte entgegen: “Martin! RAUS!”

Sofortiger bedingungsloser Rauswurf – sicher wohlverdient…

Ganz was anderes:

In meinem Feed-Reader findet sich ein Blog schon längere Zeit. Ich habe immer gern dort mitgelesen, weil es immer wieder witzige Geschichten interessant erzählt wurden.
Gestern habe ich dort über den Confederation Cup gelesen. Ich kam aber nicht über den ersten Satz hinaus. Da las ich: “…bei den Südaffen Südafrikanern…

Hahaha – unglaublich witzig – hahaha – da hat sich jemand ‘aus Versehen’ versprochen – hahaha – ich lach mich tot.

Genau wie für meinen Lehrer damals, gab es auch für mich nur eine mögliche Reaktion – sofort und endgültig raus.

Wenn ich eines nicht hören kann, dann sind das rassistische Witze auf allerniedrigstem Niveau – sofort und endgültig raus.

Frage an alle: Welche weiteren Gründe gibt es für euch, irgendwelche Blogs aus dem Reader zu werfen?

Manche Tage

30. Jun. 2009 · 24 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Manche Tage sind die Tinte nicht wert, mit der man sie aus dem Kalender streichen will.
Für manche Tage findet man einfach keine Worte.
Manche Tage sind es auch nicht wert, Worte für sie zu suchen.

Wenn es an ganz genau so einem Tag trotzdem für ein Lächeln und einen wippenden Fuß reicht, dann ist das auf jeden Fall eine Erwähnung wert.

Danke Razorlight !
Danke für ‘Hostage of love’:

Google schickt sie halt zu mir

29. Jun. 2009 · 46 mal gelesen | 1 Kommentar »

Google ist der Weltmarktführer (man könnte fast sagen der Monopolist) für Leute, die mehr oder weniger sinnloses Zeug suchen.

Basti von das-unwort.de meint zwar: “Niemals wird Google aufhören, diese Sinnloses Suchenden sofort auf mein Blog zu leiten…”, aber ich kann ihn beruhigen: ich glaube, dass die Sucher recht gleichmäßig verteilt zu ihm oder zu mir geschickt werden.

Hier die Suchergebnis-Highlights wie ich sie immer und immer wieder sammle:

Was willst du finden? Was Einfaches oder was Kompliziertes?  Oder was einfach Kompliziertes? Einfach was Kompliziertes? Was Einfaches wird kompliziert werden. Die ganze Suche ist einfach kompliziert.

Das könnte noch komplizierter werden. Mal schauen, ob dir die Suchergebnisse nicht vielleicht doch ein wenig zu viel sind. Google täuscht sich: bei mir kann man nicht alles suchen.

Auf einer Radtour muss man oft mal was suchen, sei es der Weg, das Ziel, Mitfahrer, Verpflegung oder eine Unterkunft. Bei der Suche hilft aber eine Suchmaschine recht wenig – vor allem wenn man bei Google in die Suchmaske “Google” eingibt.

Da gibt es keinen Radweg. Unten ab Grenze Schweiz ist der übliche Seitenstreifen für Radler auf der Straße. Weiter oben ist die Straße zu schmal für diesen Streifen. Da musst du hoffen, dass dir der hier nicht begegnet :

Vieles ist möglich. Nur führt so ein Wohnmobil auf einer Passtraße oft dazu, dass man …

…nicht ordentlich einhalten kann. 2 m wären schön. Bei 1,5 m ist der Luftdruck beim Vorbeifahren erträglich. Bei 1 m ist man locker im Schwankungsbereich des Radfahrers. Bei 0,5 m zertrümmerst du ihm die Hand, wenn er links abbiegen will und das anzeigt. 0,3 m sind völlig normal aber für den Radler jedes Mal lebensgefährlich.
Wenn du einen Radler überholen willst, stell dir einfach vor, da fährt ein Traktor vor dir und überhole ihn auf der anderen Straßenseite.

Darauf zu vertrauen, dass man mit dem vorgeschriebenen Seitenabstand überholt wird ist eine Dummheit.
Ansonsten ist da sehr wohl eine gewisse Abgrenzung zwischen Vertrauen und Dummheit. Vertrauen ist nicht grundsätzlich dumm.

Solche Suchanfragen sind schon eher dumm.
Bing zu laden kostet ganz genau so viel wie die große Konkurrenz – nix.

Ja! Ausländer machen wirklich die besseren Witze. Ist aber auch nicht wirklich schwer, wenn man das inländische Angebot (Barth, Pocher, Schröder…) als Benchmark nimmt. Billy Connolly z.B. steckt sie alle mit links in die Tasche.

Ich glaube nicht, dass man das als Mathelektion verwenden kann. Frauen sind unberechenbar. Das ist ein Problem.

Ganz klar: Arrogante Fußballspieler wahlos zusammenkaufen, eine Mannschaft ohne Mannschaftsgefühl zusammenschustern, Millionen rauswerfen und lernen, dass auch Millionenteams manchmal so richtig eine auf den Sack bekommen – so kommt ein roter Kopf unmittelbar neben dem Trainer.
Aber bald geht der rote Kopf – und ich glaub ich werde ihn vermissen.

Ich auch – danke!

Zum Geburtstag

28. Jun. 2009 · 53 mal gelesen | 1 Kommentar »

KindergartenAn allerlei Jahrestagen, verschiedenen Jubiläen, jedes Jahr an Silvester und vor allem wenn ich an einem Sonntag Geburtstag und sonst nichts zu tun habe, mache ich mir Gedanken über das Leben.

Mein Leben kommt mir schon ewig lang vor. Wie weit weg ist die Kindergartenzeit? Wie viel ist seither passiert. Auch wenn ich mich an vieles noch erinnere als sei es erst gestern gewesen, ist es doch scheinbar eine Ewigkeit her.

39 Jahre sind sehr viel Zeit.

Und dann sehe ich ein Video wie dieses: “650 Million Years in 1:20 Min.

Und plötzlich werden meine 39 Jahre zu einem winzig kleinen Tropfen in einem Ozean.

“Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras,
er blüht wie eine Blume auf dem Felde;
wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da,
und ihre Stätte kennet sie nicht mehr.
Die Gnade aber des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit”

(Psalm 103, 15-17)

Ich hoffe trotzdem, dass ich mit meinem Leben etwas bewegen kann. Vielleicht nicht ganz so viel wie Indien (0:28 – 0:35), aber doch zumindest ein bisschen etwas…

Extreme Fettnapfing

27. Jun. 2009 · 50 mal gelesen | 1 Kommentar »

HimbiImmer wieder tauchen sie auf, die plötzlichen Erinnerungen an die lang vergangene Vergangenheit.

Und ich meine jetzt garnicht die “Schleckzeug”-Klassiker meiner Jugend, wie z.B. Yes, Bazoka Joe, die PEZ-Brausebonbons, die ausgestorbenen Eissorten Dolomiti oder Himbi (siehe Foto).

Ich meine auch nicht das für einen fußballbegeisterten Jungen deprimierende WM-Finale von 1982 und die im kurz darauf folgenden Italienurlaub für immer ins Gedächtnis gebrannten Namen der Torschützen Rossi, Tardelli, Altobelli.

Nein, ich meine weit naheliegendere Erinnerungen, z.B. die Erinnerung an die legendäre RTL Samstag Nacht – und dabei insbesondere an die völlig durchgeknallte Reihe “Far Out“.

Wie ich zu solchen plötzlichen Erinnerungen komme? Hm, gestern hatte ich das Gefühl, selbst ein Teil von Far Out zu sein. Und zwar in der Disziplin “Extreme Fettnapfing”.

In Backnang ist wieder einmal Straßenfest. Seit vielen Jahren die Nr. 1 Gelegenheit, lang vergessene alte Bekannte wieder zu treffen. Innerhalb kurzer Zeit kann man die verschiedensten Leute sehen und mal wieder mit ihnen reden. Das kann aber auch ins Auge gehen:

Kaum in Backnang angekommen:

“Hallo, wie geht’s dir?”
“Wie es halt jemand geht, die vor zwei Tagen sitzen gelassen wurde!”

Willkommen im Fettnapf!

Nur kurz darauf – jemand anderes:

“Was machst du denn? Arbeitest du noch bei XYZ?”
“Nee, da bin ich vor 3 Wochen entlassen worden.”

Willkommen im Fettnapf!

Also wundert euch nicht, wenn ich in Zukunft nur noch “Hallo” sage und sonst NIX !

Nachtrag: Das positive an der Geschichte ist: ich weiß jetzt, dass Himbi seit Januar 2009 wieder angeboten wird – nach 17 Jahren Abstinenz.

So sind sie eben

26. Jun. 2009 · 60 mal gelesen | 1 Kommentar »

Manches Video ist so gut, da getraut man sich garnicht, noch einleitende Worte zu verlieren.

Lehnt euch einfach zurück und schaut euch diesen genialen dänischen Kurzfilm an über den kleinen Mathias und seine Versuche, die Mädchen zu verstehen.

[Gefunden auf atomtigerblog]

Sie sind da

25. Jun. 2009 · 44 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Am vergangenen Samstag habe ich über Drucksachen von Logiprint geschrieben.

Wie aus dem Text ersichtlich wurde, habe ich mich für diesen Beitrag ‘bestechen’ lassen: ich habe als Gegenleistung dafür einen Gutschein von ihnen bekommen.

Ich hätte mir 500 Visitenkarten drucken lassen können, was bei meinem aktuellen Verbrauch mindestens für die nächsten 20 Jahre gereicht hätte. Darum habe ich mich für 2 T-Shirts entschieden.

T-ShirtsMeine Bestellung habe ich am Samstag früh abgeschickt. Am Montag wurde sie bearbeitet und am Dienstag war das Päckchen bei mir. Ein einziger Arbeitstag zwischen Bestellung und Lieferung – das sieht man wirklich nicht oft.

Die T-Shirts sind von guter Qualität. Der Aufdruck macht (vor der ersten Wäsche) einen ordentlichen Eindruck.
Alles in allem bin ich sehr zufrieden. Darum möchte ich mich hiermit auch noch (unbezahlt)  recht herzlich bedanken.

Vielen Dank an die Leute von logiprint.com. Ihr habt euren Job gut gemacht!

Geflügelte Worte

24. Jun. 2009 · 47 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Heute versuche ich mal, eine neue Themenreihe auf dem Pumi Blog anzufangen. Ich nenne sie:

Das falsche Wort am falschen Platz

Heute: “Schiss haben“:
“Schiss” in seiner ursprünglichen Bedeutung ist eine umgangssprachliche Beschreibung für Exkremente (sowohl menschlichen als auch tierischen Ursprungs).
Die Redewendung “Schiss haben” kann aber auch als Umschreibung für “sich fürchten”, “Angst haben” verwendet werden. Vorausgesetzt es steht im passenden Zusammenhang.

Heute hat eine ältere Stammkundin eine ausführliche Katzenstreu-Beratung gebraucht. Ihr Problem: “Ich brauche dringend wieder das XYZ-Katzenstreu. Beim letzten Mal habe ich das andere mitgenommen, aber das mögen meine Katzen nicht. Und jetzt habe ich Schiss…”

So genau wollte ich das garnicht wissen.

Vielleicht kennt ihr auch Geschichten mit dem falschen Wort am falschen Platz, dann her damit!

Noch was ganz anderes:
ist “Red Bull” eigentlich auch ein geflügeltes Wort?

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