Archiv für "Politik"

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Ohne Worte

19. Mrz. 2011 · 1.592 mal gelesen | Kommentar schreiben »

www.elephantsforpeace.com

Deutschland, Deutschland…

3. Jun. 2010 · 2.588 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Ein kleiner, letzter Nachtrag noch zum Eurovision Song Contest vom Wochenende und den Reaktionen darauf:

Ich bin fassungslos.

Mühsam habe ich mich daran gewöhnt, dass es für das Selbstwertgefühl einer ganzen Nation erheblich sein könnte, mit welchem Erfolg Sportler bzw. Spieler bei einer Meisterschaft in ihrer Sportart abschneiden oder wie viele Punkte ein Künstler bzw. Musikant aus einem bestimmten Land von einer Jury aus einem anderen Land bekommt. Mühsam habe ich mich daran gewöhnt, dass das für die ganze Nation von Bedeutung sein könnte.

Ja, ich habe mich daran gewöhnt, dass alljährlich beim Eurovision Song Contest Musik nur eine untergeordnete Rolle spielt und in erster Linie die Frage, wer wem wie viele Punkte gibt, im Vordergrund steht. (Stefan Niggemeier hat zumindest „die Mär vom Ostblock“ schon vor Jahren eindrucksvoll widerlegt – und greift sie immer wieder auf)

Was ich aber überhaupt nicht verstehe und woran ich mich auch nie gewöhnen werde, sind Hirnstromausfälle, wie man sie am vergangenen Samstag während des Grand Prix auf Twitter verfolgen konnte. Geistige Bankrott-Erklärungen wie „2 Punkte aus Griechenland – wir wollen unser Geld zurück“ sind ja gerade noch zu ertragen. Als dann aber verkündet wurde, dass der deutsche Beitrag aus Israel keine Punkte bekommt, waren die Reaktionen schlichtweg schockierend.
Jörg Marx hat über die Kommentare gebloggt und ein paar per Screenshot festgehalten.

Ich bin fassungslos.

Meiner Sprachlosigkeit kann ich noch am ehesten durch dieses Video Ausdruck verleihen, das beim NPD-Blog.info (NPD-Watchblog, also keine rechtsextreme Webseite) als „Textbaustein gegen Rassisten“  vorgestellt wurde:

Lilly Allen – Fuck you

[Edit am 10.7.11: Video erneuert, ursprüngliches Video war nicht mehr erreichbar]

Arme Sau

5. Mrz. 2010 · 1.784 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich den Kriegsdienst an der Waffe aus Gewissensgründen verweigert habe. Gut, das war noch eine andere Zeit. Damals war noch kalter Krieg. Die Bundeswehr hatte noch die Aufgabe, unser Vaterland gegen sowjetische Atomraketen zu verteidigen.

Ich erinnere mich noch gut daran, welche Mühe ich mir gegeben habe, meine Argumentation hieb- und stichfest zu formulieren.

Heute scheint es mir einfacher, nachvollziehbare Gründe zu finden, warum man persönlich nicht zur Bundeswehr gehen will (oder warum die Bundeswehr in ihrer jetzigen Form ein nicht mehr zeitgemäßes Relikt aus meiner Jugendzeit ist).

Aber seht selbst, welche Argumente man bei NDR extra3 gefunden hat:

Interessant wäre es, heraus zu finden, ob man mit seiner Kriegsdienstverweigerung schon durchkommt, wenn man nur dieses Video an das Kreiswehrersatzamt schickt.

Demokratie kann man kaufen

29. Nov. 2009 · 1.649 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Fragt mich nicht warum, aber ich war auf der Webseite der CDU. Und ich habe einiges dort gelernt.

Manches wusste ich schon vorher. Mich verwunderte nur, dass die Demokratie da so öffentlich verkauft wird:

Wird es da eigentlich nur mir kotzübel, wenn eine Partei mit dieser Vergangenheit, mit solchen Worten für Parteispenden wirbt ?!

Paradox

25. Nov. 2009 · 2.393 mal gelesen | 3 Kommentare »

Auf den ersten Blick scheint es die Lösung aller Probleme auf dem Arbeitsmarkt zu sein. Bei genauerem Hinschauen ist es nur noch paradox:

Merkel will Kurzarbeit bis Ende 2010 verlängern

Kurzarbeit verlängert – endlich ist wieder alles wie früher…

Ausschuss

4. Jul. 2009 · 1.807 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Ist ein Ausschuss eigentlich nur dann ein Ausschuss,
wenn er ausschließlich geistigen Ausschuss ausscheidet?

Was für’n Schuss müssen die Leute in diesem Ausschuss haben,
dass sie so einen Dünnschiss absondern?

Schaut euch das an!

[gefunden bei Lonesome Walker via nerdcore]

Beginn einer politischen Karriere

10. Jun. 2009 · 1.635 mal gelesen | 2 Kommentare »

John F. Kennedy wurde mit 43 Präsident der USA, Helmut Kohl wurde mit 52 Bundeskanzler, Gaius Julius Caesar war 54 als er Diktator wurde.

Ich selbst bin noch nicht einmal 39. Da habe ich doch noch genug Zeit, meine politische Karriere zu starten. Einen viel versprechenden Anfang habe ich am vergangenen Wochenende gemacht.

In meinem früheren Wohnort stand neben der Wahl zum Europaparlament und den Kommunalwahlen auch noch die Wahl zum Bürgermeister an. Der bisherige Amtsinhaber stellte sich zur Wiederwahl und es gab keinen Gegenkandidaten.

Ich werde den 7. Juni 2009 immer als Beginn meiner politischen Laufbahn in Erinnerung behalten. An diesem Tag ist es mir nämlich gelungen, bei der Wahl zum Bürgermeister eine Stimme zu bekommen!

Wenn man bedenkt, dass ich diesen grandiosen Erfolg ohne jeglichen Aufwand errungen habe, dass ich weder Wahlplakate geklebt, noch Prospekte oder Kugelschreiber verteilt habe, dann kann man doch einfach hochrechnen, welch überzeugende Ergebnisse ich bei entsprechend gesteigertem Einsatz erzielen könnte.

Senatus Romanum ich komme!

Nachtrag: Nein, ich habe mir die Stimme nicht selbst gegeben. Ich habe in meinem jetztigen Wohnort gewählt.

Mathe für Anfänger (9)

8. Jun. 2009 · 1.958 mal gelesen | 2 Kommentare »

Der Tag nach irgendwelchen Wahlen ist immer prädestiniert für einen weiteren Teil aus der Reihe “Mathe für Anfänger“.

Heute: “Prozentrechnung – Grundwert/Prozentwert”.

2009 ist ein sogenanntes ‚Superwahljahr‘. Ich würde es als ‚Superschreikrampfjahr‘ für all jene bezeichnen, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, anderen die Prozentrechnung richtig beizubringen.

Nach jedem Wahlsonntag haben die Politikerreden mit Schreikrampfpotential Hochkonjunktur. Zur Verdeutlichung ein zufällig ausgewähltes Beispiel unter vielen:

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sprach am Abend von einem Vertrauensbeweis für die Union […]. Die Union habe gegenüber der Bundestagswahl 2005 zugelegt, rechnete er vor.

(Spiegel.de)

Profalla rechnet vor – Pumi rechnet nach:

Bundestagswahl 2005:
CDU/CSU 35,2% der abgegebenen Stimmen, Wahlbeteiligung 77,7%

Europaparlamentswahl 2009:
CDU/CSU 37,9% der abgegebenen Stimmen, Wahlbeteiligung 42,5%

Wenn man diese Zahlen überhaupt vergleichen will/kann, dann nur auf der Ebene von „Wie viele der Wahlberechtigten haben CDU/CSU gewählt?“

Dazu multipliziert man die zugehörigen Prozentfaktoren (35,2% = 35,2/100 = 0,352) miteinander:

2005: 35,2% von 77,7% = 0,352 * 0,777 = 0,2735= 27,4%

2009: 37,9% von 42,5% = 0,379 * 0,425 = 0,161= 16,1%

Haben also 2005 noch 27,4% der Wahlberechtigten CDU/CSU gewählt, waren es 2009 gerade einmal 16,1%.

Schlussbemerkung: solche Apfel-Birnen-Vergleiche hört man natürlich nicht nur bei Herrn Profalla. Nein, sie sind (wo es gerade passt) allgegenwärtig bei Politikern aller Richtungen und in allen Medien.

Nachtrag: Falls irgendwer in diesem Beitrag eine politische Botschaft sucht – beabsichtigt war allerhöchstens diese:
Ich finde es erschreckend, in einer Demokratie zu leben, in der fast 3 von 5 Menschen ihr Recht zu wählen so scheißegal ist, dass sie nicht Wählen gehen.

Vom Krieg

13. Mai. 2009 · 1.902 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Als ich noch zur Schule ging, war alles ganz anders.

Damals durfte ich manchmal nicht durch den Wald radeln, weil dort erwachsene Männer in seltsamen Verkleidungen Krieg spielten übten.

Damals hatte der Erzfeind tatsächlich Massenvernichtungswaffen – und das war nicht nur eine erfundene Behauptung – er hatte sie tatsächlich. Aber nicht nur der Feind, nein, auch der Freund hatte Massenvernichtungswaffen. Und er hatte sie nicht nur, er fuhr sie auch spazieren.
Warum der Freund seine Waffen ausgerechnet vor meiner Haustür spazieren fuhr, habe ich nie so ganz verstanden. Ich war ja auch erst in der 5. Klasse, als im Wald bei Sechselberg eine solche Spazierfahrt mit einem Motorschaden, einem Brand des Sattelschleppers und einer Explosion der Rakete endete. (Spiegel Archiv)

Damals war alles ganz anders. Damals glaubte man tatsächlich, dass Krieg eine sinnvolle Möglichkeit sei, wie man miteinander umgehen kann. Damals protzte man mit immer stärkeren, immer besseren Waffen.

what-goes-around-jet1

Damals musste Boy George „War is stupid“ singen, damit es wenigstens ein paar kapierten.

Heute ist alles ganz anders. Heute führt man keine Kriege mehr. Heute verteidigt man Deutschland am Hindukush, befreit und demokratisiert oder sucht nach Massenvernichtungswaffen.

Aber um den Menschen zu erklären, dass Krieg sinnlos ist, dafür gibt es heute auch bessere Möglichkeiten als die Lieder von Boy George: über Spreeblick bzw. Kraftfuttermischwerk bin ich auf die aktuelle Plakat-Kampagne „What goes around comes around“ gestoßen. Es handelt sich um vier Plakate mit Kriegsmotiven, die ein ganz neues Bild ergeben, wenn sie um eine Säule herum aufgehängt werden. Das Beispiel mit dem Jet von oben sieht dann so aus:

what-goes-around-jet-poster1

Das Motto ‚What goes around comes around‘ bedeutet dabei in etwa ‚Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es wieder heraus‘ oder anders ausgedrückt:

„Alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.“

(Matthäus 26, 52)

Zitat des Tages: Die Jugend

11. Mai. 2009 · 2.765 mal gelesen | 1 Kommentar »

„Die Jugend von heute …“

Keine Angst, ich habe nicht eines der dubiosen Zitate über die schlimme Jugend von heute zum Zitat des Tages ausgewählt.

Es kursieren ja zahlreiche solcher Zitate. Nur ein paar Beispiele:

(Sokrates)

(Keilschrifttext aus Ur, Chaldäa, 2000 v.Chr.)

(Aristoteles)

Ich denke nicht, dass eines dieser Zitate auch nur annähernd authentisch ist. Zu viele und zu ähnliche Zitate sind da im Umlauf. Gut, man kann sagen, diese Zitate sind jetzt schon so lange im Umlauf, dass die transportierte Aussage auch schon wieder stimmt: schon zu allen Zeiten haben die Alten die Jungen kritisiert, haben die Eltern ihre Kinder geschimpft, haben die Erwachsenen die Jugend angegriffen. Erstaunlich, dass unsere Zivilisation noch immer existiert, wo doch die Jugend seit ewigen Zeiten immer noch schlimmer wird.

Auch in der letzten Woche konnten wir wieder überall erfahren, wie schlimm es um die heutige Jugend bestellt ist:

Bei bildblog.de findet sich eine Zusammenstellung, wie die Medien mit dem Drogen- und Suchtbericht 2009 umgegangen sind. Wir haben noch die Schlagzeilen der letzten Woche im Kopf: „Koma-Saufen bei Kids immer schlimmer“ (Bild) oder „Komasaufen bei Jugendlichen so verbreitet wie nie“ (Welt.de). Erstaunlich, dass die Überschriften sich auf einen Bericht beziehen, in dem festgestellt wird, dass sowohl die Zahl der Jugendlichen, die regelmäßig Alkohol trinken, als auch derer, die sich ‚richtig‘ betrinken, im Jahr 2008 zurück gegangen ist.

Naja, vielleicht gilt es bei den Erwachsenen von heute der Jugend von gestern einfach als schick, auf die ach so schlechte Jugend von heute zu schimpfen. Vielleicht kann man sich als Politiker nur mit Kritik an der Jugend profilieren, weil ja deutlich mehr Erwachsene potentielle Wähler sein könnten als Jugendliche.

Wahrscheinlich gibt es aber auch noch einen ganz anderen Grund, warum zu allen Zeiten die Jugend von heute als schlecht dargestellt werden musste.

In meinem Zitat des Tages hört sich das so an:

„Das größte Übel der heutigen Jugend besteht darin,
dass man nicht mehr dazugehört.“
Salvador Dali
(11.05.1904 – 23.01.1989)

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