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Vom Krieg

13. Mai. 2009 · 2.210 mal gelesen | Keine Kommentare »

Als ich noch zur Schule ging, war alles ganz anders.

Damals durfte ich manchmal nicht durch den Wald radeln, weil dort erwachsene Männer in seltsamen Verkleidungen Krieg spielten übten.

Damals hatte der Erzfeind tatsächlich Massenvernichtungswaffen – und das war nicht nur eine erfundene Behauptung – er hatte sie tatsächlich. Aber nicht nur der Feind, nein, auch der Freund hatte Massenvernichtungswaffen. Und er hatte sie nicht nur, er fuhr sie auch spazieren.
Warum der Freund seine Waffen ausgerechnet vor meiner Haustür spazieren fuhr, habe ich nie so ganz verstanden. Ich war ja auch erst in der 5. Klasse, als im Wald bei Sechselberg eine solche Spazierfahrt mit einem Motorschaden, einem Brand des Sattelschleppers und einer Explosion der Rakete endete. (Spiegel Archiv)

Damals war alles ganz anders. Damals glaubte man tatsächlich, dass Krieg eine sinnvolle Möglichkeit sei, wie man miteinander umgehen kann. Damals protzte man mit immer stärkeren, immer besseren Waffen.

what-goes-around-jet1

Damals musste Boy George „War is stupid“ singen, damit es wenigstens ein paar kapierten.

Heute ist alles ganz anders. Heute führt man keine Kriege mehr. Heute verteidigt man Deutschland am Hindukush, befreit und demokratisiert oder sucht nach Massenvernichtungswaffen.

Aber um den Menschen zu erklären, dass Krieg sinnlos ist, dafür gibt es heute auch bessere Möglichkeiten als die Lieder von Boy George: über Spreeblick bzw. Kraftfuttermischwerk bin ich auf die aktuelle Plakat-Kampagne „What goes around comes around“ gestoßen. Es handelt sich um vier Plakate mit Kriegsmotiven, die ein ganz neues Bild ergeben, wenn sie um eine Säule herum aufgehängt werden. Das Beispiel mit dem Jet von oben sieht dann so aus:

what-goes-around-jet-poster1

Das Motto ‚What goes around comes around‘ bedeutet dabei in etwa ‚Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es wieder heraus‘ oder anders ausgedrückt:

„Alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.“

(Matthäus 26, 52)

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