Tagesarchiv für den 20. Januar 2009

Barak am Zug

20. Jan. 2009 · 1.775 mal gelesen | 2 Kommentare »

Obwohl er schon in der Bibel erwähnt wird, hat er es doch geschafft, für einen großen Teil der weltweiten Öffentlichkeit bis vor wenigen Monaten ein Unbekannter zu bleiben. Doch das hat sich grundlegend geändert: Barak ist in den Blickpunkt gerückt.

Im Buch Rut 4,8 wird zitiert:

„Barak sprach zu ihr: Wenn du mit mir ziehst, so will auch ich ziehen; ziehst du aber nicht mit mir, so will auch ich nicht ziehen.“

Und jetzt ist Barak am Zug.

Heute übernimmt er den Scherbenhaufen, den ihm sein Vorgänger hinterlassen hat. Und eigentlich hat er es wirklich leicht: noch schlechter als sein Vorgänger kann er seinen Job nicht machen. Aber die Erwartungen an ihn sind auch sehr hoch.

Olaf Schubert hat bei der SWR 3 Comedy die Erwartungen auf einen Punkt gebracht, beziehungsweise auf ganz viele Punkte:

„Barak Obama steht wie kein anderer für den komplexesten Wandel, den unsere moderne Welt in den letzten 3000 Jahren erlebt hat. Er wird alles zum Guten wenden: …“

Ihr müsst unbedingt hören, was er alles schaffen wird: [Olaf Schubert auf SWR3]

Ich bin gespannt, was Barak Obama erreichen kann. Ich bin gespannt, wie die Stimmung in einem Jahr sein wird.

Auf jeden Fall wünsche ich ihm viel Erfolg bei allen seinen Aufgaben (vor allem bei der Geschichte mit den Polkappen).

PS: Seht ihr – man kann einen Artikel zum Amtsantritt von Barak Obama schreiben, ohne die Wörter „…erster Schwarzer…“ zu verwenden.

Zu was brauche ich denn das?

20. Jan. 2009 · 2.285 mal gelesen | 3 Kommentare »

Ich bin eigentlich den ganzen Tag dafür da, um Fragen zu beantworten. Vormittags im Laden sind es Fragen wie: „Wo haben sie denn die Hefe?“ oder „Haben sie auch Maggi Fix für Currywurst?“. Nachmittags bei der Nachhilfe sind es eben Mathe-Fragen.

Die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird, ist dabei mit großem Abstand: „Zu was brauche ich denn das?“

Als Antwort auf diese Frage versuche ich immer zu erklären, dass man das was wir jetzt im Moment machen eigentlich nie braucht. Ich sage aber immer auch dazu, dass die Frage „Zu was brauche ich denn das?“ nicht entscheidend ist.

Die Frage „wozu brauch ich…“ gehört nicht in die Schule.

Wozu brauche ich die Schlacht von Waterloo, Photosynthese, Orbitale, die Millionenstädte Südostasiens oder den Erlkönig in meinem späteren Leben?

Parabeln, Logarithmen und Volumen von Pyramidenstümpfen werden in Mathe durchgenommen, damit man lernt, mathematische Sachverhalte/Probleme zu abstrahieren. Im Matheunterricht lernt man komplexe Probleme, die man noch nie gelöst hat, in kleinere Probleme zu zerlegen, die man dann lösen kann. Und genau das braucht man dringender als die Ordnungszahl von Sauerstoff oder die Hauptstadt von Honduras.

Manchmal wird aber auch im ganz normalen Alltag Mathe gebraucht. Bei ‚Riffers kleiner Welt‘ ist ein Problem aufgetaucht:

„Meine Freundin hat ein Rezept für eine 18 cm Backform und muss das Rezept auf 22 cm mit einer jeweiligen Höhe von 7 cm umrechnen.“

Wer da einen Denkfehler macht, hat plötzlich eine mäßig gefüllte Backform oder, im umgekehrten Fall, eine Menge Teig übrig.

Riffer hat es sich mit seiner Lösung aber unnötig schwer gemacht. Es ist nicht nötig, das Teigvolumen zu Hilfe zu nehmen. Da beide Formen gleich hoch gefüllt werden sollen, reicht der Vergleich der beiden Kreisflächen. Und die sind eben nicht proportional zum Radius bzw. Durchmesser, sondern proportional zum Quadrat des Radius bzw. Durchmessers.

Anders gesagt: für eine Form mit doppeltem Durchmesser hätte man nicht die doppelte, sondern genau die vierfache Teigmenge gebraucht. Anschaulich machen kann man sich das mit Hilfe eines Quadrats: wenn man die Seitenlänge verdoppelt, wird die Fläche viermal so groß.

Beim vorliegenden Problem nimmt der Durchmesser um den Faktor x = 11/9 zu. Die Fläche und damit die benötigte Teigmenge nehmen also -wie Riffer richtig gerechnet hat- um x2 = (11/9)2 = 1,49 zu.

Hoffentlich standen im Rezept nicht 3 Eier – sonst hätte seine Freundin 4,5 Eier abmessen müssen. 😉