Tagesarchiv für den 17. Januar 2009

Vielleicht gibt es keinen Gott

17. Jan. 2009 · 8.439 mal gelesen | 6 Kommentare »

Seit Anfang des Jahres fahren 800 Busse durch Großbritannien, die eine außergewöhnliche Werbebotschaft ziert:

„There’s probably no God. Now stop worrying and enjoy your life.“

Vielleicht gibt es keinen Gott.
Also hör auf, dir Sorgen zu machen und genieße dein Leben.


Foto-Link, CC Lizenz

Die Aktion ist eine Antwort auf die Werbung einer Christlichen Gruppe, die auf der beworbenen Internet-Seite Ungläubigen mit ewigen Höllenqualen droht. (Genauere Hinergrundgeschichte bei spiegel.de)

Ich denke, die Aktion ist jetzt schon ein voller Erfolg. Die Bilder der Busse werden weltweit verbreitet. Menschen die die Botschaft lesen, machen sich Gedanken.

Ich habe mir auch Gedanken gemacht.

Mir tun Menschen leid, die Gott noch nicht erlebt haben. Mir tun aber Menschen noch viel mehr leid, die Gott als drohenden, einschränkenden Gott erleben. Mir tun Menschen leid, die kein besseres Argument für ihren Glauben finden, als die Drohung mit der ewigen Höllenqual für Ungläubige.
Ist ihr Evangelium – ihre Gute Nachricht – wirklich nur darauf beschränkt, dass Ungläubige in der Hölle landen?
Ist die Wirkung die Gott auf ihr Leben hat, wirklich nur die Sorge um das eigene ewige Leben?

Vielleicht gibt es garkeinen Gott, der mit der Hölle droht.
Vielleicht gibt es garkeinen Gott, der will, dass wir uns Sorgen machen.
Vielleicht gibt es garkeinen Gott, der uns die Freude am Leben nehmen will.

Aber vielleicht gibt es doch einen Gott.
Vielleicht gibt es einen Gott, der uns unsere Sorgen nehmen will.
Vielleicht gibt es einen Gott, der will, dass wir Freude am Leben haben.

Vielleicht gibt es einen Gott.
Also hör auf, dir Sorgen zu machen und genieße dein Leben.

„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“

(1. Petr. 5,7)