Archiv für "Philosophisches"

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Du weißt, du wirst alt

7. Mrz. 2009 · 3.748 mal gelesen | 3 Kommentare »

Der Ecki sagt von sich selbst: „Ich bin in den Wechseljahren“ und zeigt schon einige Zeit immer wieder deutliche Anzeichen des Älterwerdens. Angeregt von ihm, aber natürlich nicht nur für ihn, habe ich mir Gedanken gemacht:

Du weißt, du bist alt, wenn…

Wer weitere untrügliche Hinweise auf’s Älterwerden hat, darf sie gern in den Kommentaren zum Besten geben.

Für meinen Opa

3. Mrz. 2009 · 1.821 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Heute wäre er 100 Jahre alt geworden –
einer der interessantesten Menschen, die ich je kennengelernt habe.

grabstein

Er hat schlechte Zeiten erlebt. Er hat erzählt, wie er auf dem Markt ein Kalb verkauft hat und einen Koffer voll Geld dafür bekommen hat – mehrere Millionen Mark, die am Tag drauf nur noch halb so viel wert waren. Vom Krieg hat er nie viel erzählt. Er war in französischer und in russischer Gefangenschaft. Er hat Not und Hunger gekannt. Ich erinnere mich, dass er beim Heu machen einzelne Grasbüschel eingesammelt hat, die beim Vorbeifahren an einem Ast hängen geblieben sind. Er hätte nichts verkommen lassen. Er war aus einer anderen Welt. Unsere Welt würde ihm nicht gefallen. Er würde sie nicht verstehen. Sie würde ihn nicht verstehen.

Heute wäre er 100 Jahre alt geworden –
und ich wünsche mir ich könnte noch mehr von ihm lernen.

Von Freude und Enttäuschung

1. Mrz. 2009 · 7.320 mal gelesen | 3 Kommentare »

Ist schon erstaunlich, wie nah Freude und Enttäuschung zusammen liegen.

Habt ihr euch eigentlich schon irgendwann mal gefragt, wie sich wohl Richard Trevithick 1803 gefühlt hat, kurz nachdem er die erste Lokomotive gebaut hatte? Das muss doch der absolute Hammer gewesen sein: da muss die Menschheit mehrere hunderttausend Jahre lang ohne Lokomotive auskommen und dann -versetzt euch mal in die Lage von Richard Trevithick- erfindet ihr urplötzlich die Lokomotive – plopp! Nur wegen Richard Trevithick ist die fast unendlich lange lokomotivenlose Zeit für die ganze Menschheit vorbei. Natürlich ist nicht für jeden einzelnen Menschen die lokomotivenlose Zeit vorbei -es hat ja nicht jeder eine eigene Lokomotive- aber für die Menschheit insgesamt ist sie vorbei. Stellt euch mal vor, wie sich Richard Trevithick da gefreut haben muss!

Und die Menschheit erst: endlich gab es Lokomotiven, endlich hatte man eine Verwendung für all die Bahnhöfe, die seither nutzlos herumstanden und den Platz in den Städten wegnahmen, und endlich bekamen all die bisher arbeitslosen Lokomotivführer einen Job. Doch nicht nur diese Folgen hatte Richard Trevithicks  Erfindung, die Auswirkungen waren viel lokomotiefergehend: zahlreiche neue Zweige der Wissenschaft, des Handwerks, und der Kunst entwickelten sich aus der Erfindung von Richard Trevithick. Was verdanken wir ihm nicht alles: das Lokomotiefseetauchen, die Entdeckung der Lokomotiefdruckgebiete, den Lokomoteafortwo, die Lokomotiefenpsychologie, den Schmuck von Lokomotiffany, ganz zu schweigen von der Lokomotiefkühltruhe. Was glaubt Ihr, wie gigantisch gut sich Richard Trevithick da wohl gefühlt hat?

Und jetzt kommt die Versetz-Aufgabe Nr. 2: Versetzt euch mal in Richard Trevithick, als er erfahren hat, dass seine Erfindung »Lokomotive« heißen soll. So viele andere wichtige Erfinder durften ihren Namen in ihren Erfindungen verewigen, wie z.B. Nikolaus Otto (Ottomotor), Robert Bunsen (Bunsenbrenner), Wilhelm Röntgen (Röntgenstrahlen) und James Watt (Wattestäbchen). Andere konnten wenigstens ihre Initialen verewigen, wie z.B. Hans Riegel (Haribo), Winston Churchill (Toilette mit Wasserspülung) und Balthasar Haberdung (Unterwäsche). Nur ausgerechnet Richard Trevithick bekam keine Möglichkeit, seinen Namen in Verbindung mit seiner Erfindung unsterblich zu machen.

Egal wie tief ihr euch in die Lage des bedauerlichen Richard Trevithick (den bis heute kein Schwein kennt) versetzt habt – es kann jetzt nur ein Fazit geben: die Welt ist ungerecht!!!

Nachtrag: Allen Spekulationen, dass zur Entstehung dieser Sinnlosigkeit der sonntag-mittägliche Genuß alkoholhaltiger Getränke beigetragen habe, muss ich eine Absage erteilen. Auch wenn das ‚hicks‘ im 3. Absatz darauf schließen lässt – ich habe nichts getrunken. Ich kann auch nüchtern so’n Scheiß schreiben!

Mathe für Anfänger (7)

23. Feb. 2009 · 3.187 mal gelesen | 1 Kommentar »

Und auch heute wieder ein weiterer Teil aus der Reihe “Mathe für Anfänger“.

Heute: „Proportionale Zuordnungen“.

Eine Zuordnung nennt man dann proportional, wenn dem n-fachen der einen Größe auch das n-fache der zweiten Größe zugeordnet wird.

So ist z.B. die Zuordnung ‚Zeit -> Weg‘ bei konstanter Geschwindigkeit proportional. Auch die Zuordnung ‚Schneevolumen -> Gewicht‘ ist bei gleich bleibender Schneekonsistenz proportional.

Weitere Beispiele:

Einfach zu erkennen sind proportionale Zuordnungen, wenn man sie mit ‚je mehr…, desto mehr…‘ beschreiben kann.

Also: Je mehr Schnee man räumen muss, desto mehr freut man sich auf den Frühling.

Heinz Erhardt zum 100.

21. Feb. 2009 · 1.907 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Bereits gestern wäre der 100. Geburtstag von Heinz Erhardt gewesen. Grund genug, einen der größten deutschen Komiker zu Wort kommen zu lassen.

Bei allen, die gestern an Heinz Erhardt erinnerten, wurde er als Meister des Kalauers und des albernen Wortspiels vorgestellt. Das ist auch richtig so. Bekannt Legendär wurde er durch Gedichte, wie dieses:

Der Berg

Hätte man sämtliche Berge der Welt
Zusammengetragen und übereinander gestellt
Und wäre zu Füßen dieses Massivs
Ein riesiges Meer, ein breites und tief’s
Und stürzte dann unter Donnern und Blitzen
Der Berg in dies Meer
Na, das würd spritzen.

Wer solche Gedichte kennt und dazu die zahlreichen Kalauer-Filme aus der Wirtschaftswunderzeit, der würde kaum erwarten, dass Heinz Erhardt auch philosophisch wertvolles Gedankengut geschrieben hat. Doch, ehrlich:

Der Spatz

Es war einmal ein grauer Spatz,
der saß ganz oben auf dem Dache,
und unten hielt die Miezekatz
schon seit geraumer Weile Wache.

Da sagte sich das Spätzlein keck:
»Mich kann das Biest nicht überlisten!«
Bums, kam ein Habicht um die Eck
und holte sich den Optimisten.

So kann es allen denen gehn,
die glauben, nur sie wären die Schlauen.
Man darf nicht nur nach unten sehn,
man muss auch mal nach oben schauen!

When I was young

16. Feb. 2009 · 6.072 mal gelesen | 11 Kommentare »

Der Ecki hat mir einen witzigen Sonntag Abend beschert:

Unter der Überschrift „Mein peinlichstes Foto“ hat er mich auf die Idee gebracht, endlich mal wieder in der Schublade zu kramen, in der die gaaanz alten Fotos liegen.

Die Fotos, die so alt sind, dass sie noch aus Papier sind.

Fotos aus einer Zeit, als die Fernseh-Antenne noch auf dem Fernsehgerät stand und für das erste Programm anders hin gedreht werden musste als für das zweite und das dritte.

Fotos aus einer Zeit, als Autos noch ‚Ente‘ oder ‚Käfer‘ hießen, als St. Petersburg noch Leningrad, Twix noch Raider und Bundeskanzler noch Helmut hießen.

Fotos aus einer Zeit, als man zum Musik hören noch Vinyl-Scheiben auflegte und zum Telefonieren noch Wählscheiben drehte.

Dankeschön also an Ecki, der mich auf die Idee gebracht hat. Er hat dieses Foto veröffentlicht:

Der Ecki

Ich habe es mir angeschaut und sofort gedacht: das ist doch meine Brille!

Und siehe da: mit meinem Foto kann ich zwar frisurtechnisch nicht im Geringsten mithalten, aber in der Kategorie ‚Brillen‘ bin ich zumindest ebenbürtig.

peinlich

Und für alle, die es bisher nicht geglaubt haben: Jawohl, ich habe zwar heute eine ausgefallene Frisur, aber ich hatte wirklich mal viele Haare.

Top 3

14. Feb. 2009 · 1.925 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Meine Top 3 – Heute:

„Sportarten, die mich begeistern, die ich aber nicht selbst betreiben möchte“

Platz 3: Fußball

Muss ich ja nichts dazu sagen…

Aber es gibt Sportarten, die mich noch weit mehr begeistern.

Den ganzen Beitrag lesen »

Darwin Day

12. Feb. 2009 · 2.375 mal gelesen | 1 Kommentar »

Heute vor 200 Jahren kam Charles Darwin zur Welt.

Für mich ein Anlaß, mir ein paar Gedanken zum Verhältnis von Glaube und Naturwissenschaft zu machen.

Die Arbeiten von Charles Darwin, insbesondere sein Grundwerk „Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“ haben die Naturwissenschaften revolutioniert. Die Entdeckungen und Folgerungen Darwins sind auch 150 Jahre später noch immer Grundlage der Evolutionstheorie.

Aber nicht nur die Naturwissenschaften hat Darwin revolutioniert. Fast noch umwerfender war seine Auswirkung auf das religiöse Denken. Der ehemalige Theologiestudent Darwin zögerte anfangs, seine Theorie von der natürlichen Auslese zu veröffentlichen. Es war ihm bewußt, dass er mit seiner Theorie das biblische Weltbild erschüttern würde.

Noch heute ist die Meinung weit verbreitet, dass die Erkenntnisse Darwins und der Naturwissenschaft einen Glauben an Gott unmöglich machten. Gerade in den letzten Wochen konnte man immer wieder im Zusammenhang mit Darwin lesen, dass sich Naturwissenschaft und Glaube widersprächen (unter anderem auch in diesem nicht ganz freundlichen Kommentar).

Das ist aber nicht so.

Die Theorien und Erkenntnisse Darwins widerlegen nicht den Glauben an Gott. Die Evolutionstheorie widerspricht nicht der Bibel. Sie widerspricht nur einer bestimmten, wortwortlichen Interpretation der Bibel.

Darwin widerlegt die Wahrheit der Bibel nicht. Die Entdeckung der Kreiszahl Pi hat die Bibel auch nicht widerlegt, aber eine wortwörtliche Interpretation unmöglich gemacht:

2. Chronik 4,2: „Dann machte er das «Meer». Es wurde aus Bronze gegossen, maß zehn Ellen von einem Rand zum andern, war völlig rund und fünf Ellen hoch. Eine Schnur von dreißig Ellen konnte es rings umspannen.“

Darwin widerlegt die Wahrheit der Bibel nicht. Die Einführung der Toilette mit Wasserspülung hat die Bibel auch nicht widerlegt, aber eine wortwörtliche Interpretation unmöglich gemacht:

5.Mose 23,13-14: Und du sollst draußen vor dem Lager einen Platz haben, wohin du zur Notdurft hinausgehst. Und du sollst eine Schaufel haben und wenn du dich draußen setzen willst, sollst du damit graben; und wenn du gesessen hast, sollst du zuscharren, was von dir gegangen ist.

Die Wahrheit der Bibel ist nicht auf einer naturwissenschaftlichen Ebene zu finden und kann also auch nicht mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen widerlegt werden.

Meiner Meinung nach hat Darwin dem Glauben an Gott nicht geschadet, sondern ihn sogar voran gebracht. Seine Erkenntnisse (und nicht nur seine) machen eine wortwörtliche Interpretation der Bibel quasi unmöglich. Dadurch wird aber der Blick frei gemacht auf die Wahrheit, die trotz allem in der Bibel steckt – auf einen Gott, der lebt und erlebbar ist. Die Bibel ist eben keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern ein Buch des Glaubens.

„Man kann die Bibel wörtlich nehmen, oder man nimmt sie ernst.“
(Pinchas Lapide)

Demnächst mehr dazu…

True happiness

11. Feb. 2009 · 1.940 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Ich mag die Comics von Calvin und Hobbes.

Vor allem, wenn wirklich philosophisch tiefgründige Themen angesprochen werden:

What do you think is the meaning of true happiness?

Glück oder Unglück

7. Feb. 2009 · 1.888 mal gelesen | 2 Kommentare »

Über das Glück habe ich mir erst vor kurzem Gedanken gemacht. Heute wieder:

Es macht überhaupt keinen Spaß, der Überbringer von schlechten Nachrichten zu sein. Es ist überhaupt nicht schön, anderen die Botschaft von einem Unglück zu überbringen.

Aber was ist eigentlich Unglück? Und was ist Glück?

Ein alter Mann und sein Sohn arbeiteten gemeinsam auf ihrem kleinen Hof. Das einzige, was sie hatten, war ein Pferd, das den Pflug zog. Eines Tages lief das Pferd fort.
„Wie schrecklich“, sagten die Nachbarn, „welch ein Unglück.“
Der alte Bauer erwiderte: „Wer weiß, ob Glück oder Unglück?“
Eine Woche später kehrte das Pferd zurück. Es brachte fünf wilde Pferde mit in den Stall.
„Wie wunderbar“, sagten die Nachbarn, „welch ein Glück.“
Der alte Bauer sagte: „Wer weiß, ob Glück oder Unglück?“
Am nächsten Morgen wollte der Sohn eines der wilden Pferde zähmen. Er wurde abgeworfen und brach sich ein Bein.
„Wie schrecklich“, sagten die Nachbarn, „welch ein Unglück!“
Der alte Bauer antwortete: „Wer weiß, ob Glück oder Unglück?“
Kurz darauf kamen Soldaten ins Dorf und holten alle jungen Männer in den Krieg. Den Sohn des Bauern konnten sie aber nicht gebrauchen, darum durfte er als einziger zu Hause bleiben.
„Wer weiß, ob Glück oder Unglück?“

Diese Geschichte (vermutlich aus China) habe ich in unzähligen verschiedenen Versionen gefunden. Welche am ehesten ‚das Original‘ ist, konnte ich nicht nachvollziehen. Ich habe mich weitgehend an diese Version gehalten: norbert-glaab.de

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