Monatsarchiv für Mai 2009

Zitat des Tages: Die Jugend

11. Mai. 2009 · 3.948 mal gelesen | 1 Kommentar »

„Die Jugend von heute …“

Keine Angst, ich habe nicht eines der dubiosen Zitate über die schlimme Jugend von heute zum Zitat des Tages ausgewählt.

Es kursieren ja zahlreiche solcher Zitate. Nur ein paar Beispiele:

(Sokrates)

(Keilschrifttext aus Ur, Chaldäa, 2000 v.Chr.)

(Aristoteles)

Ich denke nicht, dass eines dieser Zitate auch nur annähernd authentisch ist. Zu viele und zu ähnliche Zitate sind da im Umlauf. Gut, man kann sagen, diese Zitate sind jetzt schon so lange im Umlauf, dass die transportierte Aussage auch schon wieder stimmt: schon zu allen Zeiten haben die Alten die Jungen kritisiert, haben die Eltern ihre Kinder geschimpft, haben die Erwachsenen die Jugend angegriffen. Erstaunlich, dass unsere Zivilisation noch immer existiert, wo doch die Jugend seit ewigen Zeiten immer noch schlimmer wird.

Auch in der letzten Woche konnten wir wieder überall erfahren, wie schlimm es um die heutige Jugend bestellt ist:

Bei bildblog.de findet sich eine Zusammenstellung, wie die Medien mit dem Drogen- und Suchtbericht 2009 umgegangen sind. Wir haben noch die Schlagzeilen der letzten Woche im Kopf: „Koma-Saufen bei Kids immer schlimmer“ (Bild) oder „Komasaufen bei Jugendlichen so verbreitet wie nie“ (Welt.de). Erstaunlich, dass die Überschriften sich auf einen Bericht beziehen, in dem festgestellt wird, dass sowohl die Zahl der Jugendlichen, die regelmäßig Alkohol trinken, als auch derer, die sich ‚richtig‘ betrinken, im Jahr 2008 zurück gegangen ist.

Naja, vielleicht gilt es bei den Erwachsenen von heute der Jugend von gestern einfach als schick, auf die ach so schlechte Jugend von heute zu schimpfen. Vielleicht kann man sich als Politiker nur mit Kritik an der Jugend profilieren, weil ja deutlich mehr Erwachsene potentielle Wähler sein könnten als Jugendliche.

Wahrscheinlich gibt es aber auch noch einen ganz anderen Grund, warum zu allen Zeiten die Jugend von heute als schlecht dargestellt werden musste.

In meinem Zitat des Tages hört sich das so an:

„Das größte Übel der heutigen Jugend besteht darin,
dass man nicht mehr dazugehört.“
Salvador Dali
(11.05.1904 – 23.01.1989)

Schon wieder ein Video

10. Mai. 2009 · 2.334 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Sorry, aber auch am dritten Tag nacheinander gibt es hier schon wieder ’nur‘ ein Video.

Ich bin einfach so begeistert von diesem Film, dass ich heute überhaupt nichts anderes bloggen will: Traumhafte Bilder, geniale Musik (‚The Funeral‘ von ‚Band of Horses‘) und ein völlig durchgeknallter Radfahrer.
Ich habe zwar schon einmal über ein Video von Danny MacAskill geschrieben, aber da ist er nicht mit dem Fahrrad einen Baum hoch gefahren…

Deshalb heute einfach noch einmal:

Mir geht’s gut

9. Mai. 2009 · 1.755 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Einfach nur so…

Viele Grüße an den VfB Stuttgart und an alle, die mit mir das Schweden-Camp vorbereitet haben.

Neues aus der Spam-Tonne

8. Mai. 2009 · 1.567 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Heute neu in meinem Spam-Kübel:

> From: Madelene Knox
> To: Pumi
> Subject: Bald werden wir uns treffen!

Hm, ich werde auch weiterhin keine Mails öffnen, in denen es darum geht, dass mich wildfremde Menschen mit seltsamen Namen kennenlernen oder treffen möchten.

Trotzdem bin ich dankbar für diese Mail. Der Betreff hat mich an das derzeit beste deutschsprachige Lied erinnert. Ein Ohrwurm, den ich seit drei Wochen nicht mehr loswerde:

Selig – „Wir werden uns wiedersehen“

Neu auf der Blogroll

7. Mai. 2009 · 3.862 mal gelesen | 4 Kommentare »

Es ist wieder einmal höchste Zeit, meine Blogroll wieder ein wenig aufzufüllen.

Wie schon bei den letzten beiden Malen, möchte ich die ‚Neuankömmlinge‘ wieder kurz mit einem Zitat vorstellen. Da Konna von der Gedankendeponie gerade eine Blogparade mit genau dieser Idee gestartet hat, beteilige ich mich ’nebenbei‘ auch gleich daran.

Hier die Neulinge auf meiner Blogroll:

‚Frauengeschichten‘ und jede Menge ‚Alltagswahnsinn‘

Zitat: „Ich weiß nicht recht, woher Sie die Informationen zu ihrem Frauenbild nehmen, aber viele Frauen (= die normalen Frauen hier unten im echten Leben)
* […]
* denken eher selten dauernd über Waschmittel nach
* sinnieren am 30. Geburtstag über vieles, aber nicht über die drohende Blasenschwäche, die sie nun sicherlich bald ereilen wird.“

Familiengeschichten und seltsame Gedanken

Zitat: „Ähnlich ging es mir bei dem Gedanken an Pferde. Ich kann sie nicht ausstehen. Sie stinken, haaren und sind häßlich. Schon als kleines Mädchen mochte ich sie nur als Bestandteil italienischer Salami.“

Abgedrehte Geschichten, witzig geschrieben

Zitat: „Spätestens als ich eine Anlage von Universum hatte mit High-Speed-Dubbing war ich eine kriminelle Organisation. Ich konnte Klassenkameraden Kassetten zusammenstellen, ich war eine Ein-Mann-Piratenbucht, Genesis hörten meinetwegen auf, Phil Collins stellte gar sein Wachstum ein.“

Zitat des Tages: mit vollem Mund

6. Mai. 2009 · 2.122 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Zum Geburtstag von Orson Welles heute ein Zitat des Tages, das mich unwillkürlich an den anstehenden Wahlkampf-Marathon erinnert hat:

Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen,
aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.

Orson Welles
(06.05.1915 – 10.10.1985)

Bis zum Herbst, werden wir wohl kaum noch irgendwo ein wahlkampf-freies Plätzchen oder Stündchen finden. Das bedeutet so viel wie ‚ein halbes Jahr Dauerberieselung mit den All-time-Greatest aus dem Hohle-Phrasen-Charts‘.

Ich hab jetzt schon keine Lust darauf…

Ganz was scharfes

5. Mai. 2009 · 2.167 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Im Laden habe ich eigentlich nur ein Werkzeug, das ich wirklich täglich brauche: mein Messer.

Die Waren, die wir bekommen, sind alle mehr oder weniger gut verpackt. Sie sind eingeschweißt in Folie, zusammen gebunden mit irgendwelchen Bändern oder eingepackt in Kartons. Vieles wird geliefert, was man ohne Hilfsmittel nicht aus seiner Verpackung befreien könnte. Deshalb trage ich fast immer ein Messer bei mir.

Solche Messer habe ich auch noch nie selbst kaufen müssen. Sie gehören -neben Kugelschreibern- zu den beliebtesten Mitbringseln der diversen Handelsvertreter. Und so ein Messer als Werbegeschenk ist mir auch um ein Vielfaches lieber als irgendwelcher nutzloser Ramsch.

Ich befreie also allerlei Waren mit einem Messer aus ihren Verpackungen. Was aber, wenn ein Messer so verpackt ist, dass man es ohne Messer nicht heraus bekommt?

messer

Warum gerade ich?

4. Mai. 2009 · 2.354 mal gelesen | 4 Kommentare »

In den Kommentaren bekomme ich ja so manches angeboten: da kommen Kommentare an, die bis zu 150 Links zu irgendwelchen dubiosen Seiten enthalten. Andere Kommentare bestehen aus (völlig berechtigten) Komplimenten die -mal mehr, mal weniger- zu meinem Beitrag passen. So zum Beispiel „Sehr wertvolle Informationen! Empfehlen!“ als ‚Antwort‘ auf den Beitrag „Ruhetag„. Bei solchen Kommentaren steckt der Spam-Link dann hinter dem Absender.

Ich muss sicher nicht extra betonen, dass ich Kommentare mit offensichtlicher Spam-Absicht entweder ganz lösche oder zumindest die Spam-Links unbrauchbar mache.

Aber ich wollte eigentlich etwas ganz anderes schreiben: ich stelle mir nämlich die Frage, warum man gerade mir einen Link unterzujubeln versucht, der zur Seite Fruehrente.net führt… Auf dieser Seite kann man lesen:

„ALLEIN GEGEN DEN REST DER WELT – ausgebrannt, ausgenutzt, abgestumpft, überflüssig, gemobbt, erschöpft, müde, resigniert, kraftlos – BURNOUT? Die Zeit ist reif für fruehrente.net.“

Mein lieber Spam-Kommentierer, wie kommst du darauf, dass ausgerechnet meine Leser oder gar ich selbst an einem solchen Link interessiert sein könnten?

„Wir beraten Sie
* wenn Ihr Job Sie krank macht
* …
* wie Sie zurück in ein erfülltes, harmonisches Leben finden“

Mein Job macht mich nicht krank. Er macht mich öfters mal müde, manchmal auch erschöpft. Und das ist auch gut so!
Wenn ich mein Geld damit verdienen müsste, Leute dabei zu beraten, wie man sich vor der Arbeit drückt, dann könnte ich mir nicht vorstellen, dass mich das erfüllen würde.

Etwas für die Gesundheit tun

3. Mai. 2009 · 2.310 mal gelesen | Kommentar schreiben »

Auch als Außenstehender kann man sicher verstehen, dass es nicht gerade angenehm ist, arbeiten zu müssen, wenn überall von einem ‚langen Wochenende‘ zu hören ist und (fast) alle frei haben. Noch dazu an einem Samstag direkt nach einem Feiertag, an dem alles drunter und drüber geht – an dem Lieferanten kommen, die sonst auf Freitag und Samstag verteilt kommen, an dem Bestellungen geschrieben werden müssen, die sonst auf Freitag und Samstag verteilt geschrieben werden, von den Kunden ganz zu schweigen…

Doch manchmal kann eine kleine Begebenheit den ganzen Chaos-Tag retten. Manchmal lässt eine kleine Geschichte die ganze Arbeit und das ganze Durcheinander vergessen. Die kleine Geschichte von gestern hat mich so begeistert, dass ich sogar heute am Sonntag gerne an die Arbeit denke.

Das war so: da ist die Rentners-Frau, die oft mit ihrem Mann zusammen zum Einkaufen kommt. Gestern war sie mal alleine da. Sie hat gefragt, ob wir denn kein Tipp-Ex mehr haben. Wir hatten tatsächlich keines. Also habe ich sie gefragt: „Vielleicht können Sie auch Deckweis für den Wasserfarbenkasten gebrauchen. Was machen sie denn damit?“.

Die Antwort hat mir den ganzen Chaos-Tag gerettet. Die Kundin hat geantwortet: „Au ja, das geht sicher auch. Wissen Sie, mein Mann streicht immer die Texte auf den Zigarrettenschachteln aus.“

rauchenIch habe zwar vergessen, wie ich es geschafft habe, in dem Moment ernst zu bleiben und mich nicht laut lachend auf dem Boden zu wälzen, aber diese Idee werde ich mit Sicherheit nicht wieder vergessen. Welch geniale Idee, etwas für die Gesundheit zu tun, indem man die Gefährdung der Gesundheit einfach ausstreicht.

Wieder einmal behält der legendäre Fachman für Sport und Gesundheit Recht:

„Ein leidenschaftlicher Raucher,
der immer von der Gefahr des Rauchens für die Gesundheit liest,
hört in den meisten Fällen auf
– zu lesen.“

Winston Churchill

Ganz alleine nur für dich

2. Mai. 2009 · 2.893 mal gelesen | 1 Kommentar »

Ja, mein lieber Straßen-Mitbenutzer,

diesen Beitrag habe ich ganz alleine nur für dich geschrieben. Keinem außer nur dir allein sei er gewidmet.

Mein lieber Straßen-Mitbenutzer,

zuerst möchte ich dir sagen, dass mir dein Fahrzeug schon immer sehr gut gefallen hat. Deines hat zwar nicht die attraktive Lackierung wie im Film Jurassic Park II, aber es ist ansonsten das gleiche Modell. Ich finde es auch gut, dass du dein Fahrzeug nicht nur in deiner Garage herum stehen lässt, sondern auch manchmal damit spazieren fährst.

Mein lieber Straßen-Mitbenutzer,

es ist mir sehr wohl bewußt, dass ich als Radfahrer ganz besonders am 1. Mai nichts auf ausgerechnet genau der Straße verloren habe, die du in dem Moment gerade auch benutzen willst. Genau genommen habe ich überhaupt keine Existenzberechtigung, atme ich dem Verbrennungsmotor deines Fahrzeugs doch den dringend benötigten Sauerstoff weg.

Mein lieber Straßen-Mitbenutzer,

gestern Nachmittag habe ich gehört, wie du von hinten näher gekommen bist. Ich habe es aber leider versäumt, mich deshalb augenblicklich in Luft aufzulösen oder die Straße in den nächstgelegenen Acker zu verlassen. Wie töricht war es von mir zu denken, auf einer zweispurigen Straße dieser Breite hätten sowohl ich mit meinem Fahrrad als auch du mit deinem Auto gleichzeitig Platz. Wie töricht war es von mir zu denken, dass du einfach in angemessenem Seitenabstand an mir vorbei fahren könntest wie so viele andere vor dir auch.

Mein lieber Straßen-Mitbenutzer,

ich möchte dir hiermit herzlichst danken für die kleine Nachhilfe-Lektion, die du mir aus deinem Auto heraus erteilt hast. Ich bewundere deine fahrerischen Fähigkeiten, die es dir ermöglicht haben, bei einer Geschwindigkeit jenseits der 30 km/h mir aus dem geöffneten Seitenfenster deine Auslegung der geltenden Straßenverkehrsordnung zu erklären und gleichzeitig den seitlichen Abstand von konstant 10 cm zu mir einzuhalten.

Mein lieber Straßen-Mitbenutzer,

ich habe auf deine Ausführungen nur mit einem knappen „Jaja, alles klar“ geantwortet, weil ich in dem Moment mehr Wert auf die körperlich unversehrte Fortsetzung meiner Radtour gelegt habe als auf eine gepflegte Konversation mit dir.
Auf deine Ausführungen möchte ich aber jetzt auf diesem Weg noch antworten.

Mein lieber Straßen-Mitbenutzer,

zuletzt will ich dir noch für deine letzte Lektion danken: dadurch dass du, nachdem du dich von mir verabschiedet hast, beim Beschleunigen einen Motorradfahrer samt Sozius fast über den Haufen gefahren hast, hast du mir eindrücklich gezeigt, dass man sich lieber um seinen eigenen Scheißdreck kümmern sollte, als anderen (falsche) Belehrungen zukommen zu lassen.

Danke für deine Bemühungen und allzeit gute Fahrt wünscht dir

Pumi