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Heilige drei Könige

6. Jan. 2008 · 2.914 mal gelesen | 2 Kommentare »

Das Jahr 2008 fängt ja gut an: gleich der zweite Feiertag des Jahres fällt auf einen Sonntag und fällt damit als Feiertag aus (Anmerkung: der 6. Januar ist bei uns in Baden-Württemberg ein gesetzlicher Feiertag).

Aber egal ob zusätzlicher freier Tag oder nicht – auf jeden Fall steht bei mir im Kalender heute „Heilige Drei Könige“.

Dieser kirchliche Feiertag ist – vor allem wegen seinem Namen – ein guter Grund, mal wieder die Bibel aufzuschlagen und darin zu lesen. Es ist nämlich sehr interessant festzustellen, dass die wohlbekannten „Heiligen drei Könige“ tatsächlich weder „heilig“, noch „drei“, noch „Könige“ waren. Zumindest ist darüber in der Bibel nichts zu finden. Und woher sonst sollten wir Details über sie kennen?

Aber lesen wir doch einmal nach:

(Matthäus 2, 1-11)
„1 Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen:
2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.
3 Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem,
4 und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte.
5 Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten (Micha 5,1):
6 »Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.«
7 Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre,
8 und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr’s findet, so sagt mir’s wieder, dass auch ich komme und es anbete.
9 Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war.
10 Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut
11 und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.“

Nur an dieser Stelle tauchen die Weisen aus dem Morgenland im Neuen Testament auf. Wie und warum man aus dieser Stelle herauslesen konnte oder musste, dass es drei heilige Könige waren, die da ankamen, ist mir nicht verständlich. Ganz abgesehen davon dass man auch recht schnell „herausgefunden“ hat, dass ihre Namen Caspar, Melchior und Balthasar waren.

Viel wichtiger als solche Nebensächlichkeiten (ganz abgesehen davon, dass im Kölner Dom angeblich die sterblichen Überreste der „Heiligen drei Könige“ aufbewahrt werden), ist doch was Matthäus mit dieser Episode sagen wollte: bei einem Blick ins Alte Testament wird dies deutlich. Es geht um die Erfüllung einer alten Prophezeiung aus dem Buch Jesaja: (Jesaja 60, 1-6)

1 Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!
2 Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.
3 Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.
4 Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt und kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter auf dem Arme hergetragen werden.
5 Dann wirst du deine Lust sehen und vor Freude strahlen, und dein Herz wird erbeben und weit werden, wenn sich die Schätze der Völker am Meer zu dir kehren und der Reichtum der Völker zu dir kommt.
6 Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die jungen Kamele aus Midian und Efa. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des HERRN Lob verkündigen.“

Darauf legt Matthäus mit dieser Episode großen Wert. Mit dem Kind, das da geboren wurde, erfüllen sich die alten Prophezeiungen. Mit dem Kind kommt Gottes Herrlichkeit in die Welt.

Und diese Botschaft gilt allen Völkern. Dafür stehen die Besucher aus dem Osten. Egal ob sie nun heilig, drei und Könige waren oder eben nicht.

2 Reaktionen zu “Heilige drei Könige”

  1. Pumi - Blog » Weihnachtliche Hektik schreibt:
    Am 6. Januar 2008 um 17:09 Uhr

    […] damit ist das eigentliche Problem der Heiligen drei Könige noch garnicht angesprochen […]

  2. Sternsinger 2009 | Pumi - Blog schreibt:
    Am 6. Januar 2009 um 12:39 Uhr

    […] finde eine schöne Tradition zum Fest der ‘Heiligen drei Könige’ (auch wenn es weder heilige, noch drei, noch Könige […]

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