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Ich sammle Farben für den Winter

8. Okt. 2007 · 4.388 mal gelesen | Keine Kommentare »

Sicher kennt jeder das Buch von Frederick der Maus: Die anderen Mäuse werfen Frederick vor, dass er faul sei, während die anderen Vorräte für den Winter sammeln. Frederick antwortet: „Ich sammle Farben für den Winter“.

Gestern war der Tag, an dem auch ich unterwegs war, um Farben für den Winter zu sammeln.

Ein traumhafter Herbsttag – zwar recht kühl, aber strahlender Sonnenschein vom wolkenlosen Himmel. Keine lange Überlegung – die warmen Fahrradkleider angezogen und raus geht’s.

Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es zu dieser Jahreszeit irgendwo schöner sein könnte, als bei uns im Schwäbischen Wald.

Meine Tour ging von zu Hause in Mannenberg über Bruch nach Weissach i.T. hinunter. Schon auf dieser ersten Abfahrt wurde mir schnell klar, dass außer mir auch noch andere den genialen Tag nutzen wollten. Unzählige Motorradfahrer und noch mehr Sonntags-Auto-Fahrer begleiteten mich vom ersten bis zum letzten Kilometer.
(An der Stelle möchte ich mich förmlich bei dem älteren Ehepaar entschuldigen, die ich kurz vor Bruch erschrocken habe. Falls ihr das hier lest: Sorry! – und nein, ich habe wirklich noch niemals an dieser Stelle mit dem Fahrrad ein Auto überholt bzw. überholen müssen.)

Von Weissach ging’s weiter über Brüden, Steinbach, Zell, Oppenweiler nach Sulzbach/Murr. Von dort durch’s Lautertal fast bis Spiegelberg. Vorher in Hammer links Richtung Kurzach. Der Abschnitt durch den Wald, hinauf Richtung Nassach und wieder hinunter nach Kurzach und Gronau ist bei Motorradfahrern besonders beliebt. Mich störten die zahlreichen Begleiter in dem herrlichen Herbstwald nicht.
Weiter ging’s durch Kurzach nach Gronau, dort rechts Richtung Heilbronn. Aber nicht durch Beilstein, sondern durch Schmidhausen Richtung Löwenstein.
Ein traumhaftes Sträßchen führt jetzt zwischen Obstwiesen, Weinbergen und grün-gelb-rot-braunen Wäldern langsam bergauf. Natürlich kann man nicht beschreiben, wie schön das aussieht. Selbst ein Foto lässt es nur erahnen.

Etzlenswenden

(Dies ist übrigens nicht der erste Auftritt von Etzlenswenden im Internet. Google findet die Ortschaft erstaunliche 2340 mal)
Nach Etzlenswenden ging es nochmal durch den Wald bergauf. An der Kreuzung ein paar hundert Meter vor der Klinik Löwenstein ging es scharf rechts wieder zurück hinunter ins Lautertal. Die Abfahrt durch den Wald war schattig und entsprechend kalt. Erst ab Spiegelberg kam die Sonne nochmal durch.

Von Sulzbach ging’s nach Murrhardt und dort den Riesberg hoch nach Vorderwestermurr und über Sechselberg zurück nach Mannenberg. Der abschließende Höhepunkt ist der grandiose Ausblick von der Haube über fast das ganze Schwabenland und auf den Sonnenuntergang – Hammer! Selbst wenn man hier wohnt und der Ausblick alltäglich ist.

Fazit: eine grandiose Tour, die es an Länge (ca. 80 km) und Höhenmetern (knapp 900 hm) nicht mit meinen Alpentouren aufnehmen kann, aber trotzdem jede Schweißperle wert ist.

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