Ostern
12. Apr. 2009 · 431 mal gelesen | Kommentar schreiben »
Sich dem Tod entgegen gestellt
Selbst die Schmerzen erlitten
Stellvertretend für die anderen
Selbst in den Tod gegangen
Damit andere leben
Das ist Ostern
Am 11. März hat in einer Schule in Winnenden ein Amokläufer wahllos Schüler und Lehrer erschossen. Er ging von einer Klasse zur nächsten. An einer Tür stellte sich ihm eine Referendarin entgegen: “Meinen Kindern tust du nichts!” Sie stellte sich vor eine Schülerin. Sie starb selbst, die Schülerin überlebte.
Das ist Ostern

Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe.
Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.
(Johannes 15, 12-13)
So oder so
15. Mrz. 2009 · 390 mal gelesen | 2 Kommentare »
Es gibt mehrere Möglichkeiten, auf eine Katastrophe zu reagieren.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, über eine Tragödie zu berichten.
*
So oder so:

Es liegt nahe, jetzt auf die böse Presse zu schimpfen, die aus der Trauer der Betroffenen Profit schlägt. Aber so lange wir solche Berichte lesen und sehen wollen, so lange wird es solche Berichte geben. So lange wir Bilder von trauernden Angehörigen, von Kindern zwischen Kerzen und Blumen sehen wollen, so lange wird es auch Fotografen und Kameraleute geben, die den Trauernden das Abschied Nehmen unmöglich machen, weil sie um sie herum schleichen, ihre Tränen aufnehmen und ihnen Mikrofone ins Gesicht halten.
Dabei wollen die Angehörigen doch nur eines:

An dieser Stelle möchte ich auch meinen Respekt aussprechen für alle Helfer, Seelsorger und Pfarrer, die vor Ort sind. Große Hochachtung vor der Arbeit, die sie leisten, vor allen Worten, die sie finden.
“Unter Tränen blick ich hin zu Gott.”
(Hiob 16,20)
* [Gesicht von mir unkenntlich gemacht]
Auf der Suche nach Worten
14. Mrz. 2009 · 361 mal gelesen | Kommentar schreiben »
Aus dem riesigen Misthaufen der sensationsgierigen medialen Triebbefriedigung ragen immer wieder ganz vereinzelt durchdachte Texte wie Blumen heraus.
Auf der Suche nach Worten waren mir einige wenige Gedankenfetzen eine Hilfe. Mein Dank gilt den Autoren folgender Texte, die mir geholfen haben beim Versuch, die Sprache wieder zu finden:
“… Rund um den Tatort sah es aus wie auf einem Rummelplatz. Immerhin hielten die mutigsten Kameraleute einen Abstand von rund sieben Metern vor dem Blumenmeer ein. Trauernde Schüler und Schülerinnen, die nicht von Mikrofonen überfallen oder von grellen Kamerascheinwerfern geblendet werden wollten, wichen aus, legten ihre Blumen und Kerzen in der Nähe ab…”
(WUV – Medienterror in Winnenden)
“… dann muss man nicht erstaunt sein, wenn es emotionale Defizite gibt, die letztlich in derartigen Taten wie in Winnenden enden. Einzelpersonen dafür “haftbar” zu machen, bringt gar nichts.
“Erziehung” – so etwas gab es einmal und es bestand nicht nur aus der Vermittlung von Fachwissen und technischen Fertigkeiten für die Berufswelt. In einer Welt, in der alles auf Effizienz und Kostensenkung ausgerichtet ist, ist dafür aber kein Platz mehr…”
“… Die Frage nach persönlicher Verantwortung wird in Deutschland selten gestellt. Doch genau darum geht es jetzt. Wer, wenn nicht die Eltern, ist denn für das Handeln seiner Kinder verantwortlich? Wer sich nicht um seine Kinder kümmert, wer nicht weiß, was sie umtreibt, welcher Kummer sie plagt, [...] der macht sich schuldig – zunächst mal an seinem Kind. [...] Aber bevor wir über eine Familie herfallen, die wir nicht kennen: Wie heißt eigentlich der Klassennachbar Ihres Kindes? Welches Buch liest es gerade? Liest es überhaupt? Und was haben Sohn oder Tochter am kommenden Wochenende vor? Wann haben Sie ihrem Sohn oder Ihrer Tochter zuletzt etwas erklärt, womit die Kinder wirklich etwas anfangen konnten? …”
(Spiegel – Was machen ihre Kinder gerade?)
Nachtrag 14.3., 13:47 :
“…Was allzu gerne Vergessen wird: Diese Verbrechen werden von Menschen begangen. Nicht von Pistolen, Messern, Bomben oder Fäusten. Nicht von Killerspielen, Gewaltvideos oder schlechter Musik.
Die Menschen sind es, die viel intensiverer Zuwendung bedürfen. Es bedarf offener Augen, Ohren und Münder von Eltern, Erzieherinnen und Erziehern, Lehrerinnen und Lehrern, Freundinnen und Freunden. Es bedarf gesunden Menschenverstands und der richtigen “Antennen”.
Wir haben es in der Hand unsere Kinder mit der richtigen Nase für Krisensituationen auszustatten, ihnen beizubringen ein Gespür für Probleme in ihrem Umfeld zu entwickeln und entsprechend zu handeln.
Die Welt retten können wir damit nicht – aber vielleicht machen wir sie ein kleines bißchen lebenswerter…”
Tell me why
13. Mrz. 2009 · 272 mal gelesen | Kommentar schreiben »
Ich finde immer noch keine Worte – aber Musik:
They can see no reasons – ’cause there are no reasons…
Eli lama
12. Mrz. 2009 · 330 mal gelesen | 3 Kommentare »
Eli lama – My God why – Mein Gott warum?
Es gibt nur ein Wort, das mir zu der Katastrophe in Winnenden einfällt:
Warum?

Ich hätte mir gewünscht, dass die Vertreter einiger Medien und einige Blogger-Kollegen auch keine anderen Worte gefunden hätten.
Oder zumindest überlegte Worte, wie die von Johannes Rau nach dem Unglück von Erfurt (2002):
Wir sollten unsere Ratlosigkeit nicht zu überspielen versuchen mit scheinbar naheliegenden Erklärungen. Wir sollten uns eingestehen: Wir verstehen diese Tat nicht.


