Archiv für "Laden"
Fremdsprachenkenntnisse
13. Jul. 2009 · 560 mal gelesen | Kommentar schreiben »
Heute bei den Spam-Kommentaren:
“Your blog is really looking very good. But i unable to understand it becoz its in different language. Please try to write all the posts in international language..”
My dear ‘SEO83′,
pretending to believe that you wanted more with your comment than just a cheap link to your website, I have to say that the language I normaly write in, seems much less ‘different’ than the one you use. Even if the language you use might be ‘international’, there have to be some common rules in it.
(That’s why they call me ‘Klugscheißer’…)
Komisch, dass gerade heute, wo ich diesen Fremdsprachen-Exkurs gemacht habe, auch im Laden meine Muttersprache nicht mehr ausgereicht hat:
Heute waren zwei junge Amerikaner im Laden, die in der Nähe das Häuschen der verstorbenen Uroma renovieren. Die beiden sprechen kein Wort deutsch und hätten keine Chance gehabt, ihre ausgefallenen Wünsche (Sojamilch, Putenwurst, koffeinfreie Kaffeebohnen…) selbst zu finden.
Bei uns im Laden sind wir Fremdsprachen natürlich gewohnt. Nicht nur, dass uns ein italienischer Kunde regelmäßig in italienisch-deutschem Mischmasch erklärt, dass Grana Padano besser ist als jeder andere Pamigiano. Auch die Fremdsprache unserer Kassiererin (“Nu Frau Bauer, där Schornschdainfääscher is da!”) bereitet selten Schwierigkeiten.
Obwohl, manchmal zweifle ich schon daran, dass bei den diversen sächsisch-schwäbischen Begegenungen sich immer alle Beteiligten gegenseitig verstehen. Ein schwäbisches Urgestein aus der Stammkundschaft jedenfalls macht keinerlei Anstalten, sich in verständlicher Schriftsprache auszudrücken. – Verstanden wird sie trotzdem meistens…
Kassiererin: “Hammse vleischt noch ‘n bischen Glaingäld ‘bei?”
Kundin: “Frog net lang! Glotz nai!”
Alles Käse
2. Jul. 2009 · 1.070 mal gelesen | 1 Kommentar »
Meine Vermutung:
Die Verwirrung der Leute im Laden ist proportional zu den herrschenden Außentemperaturen.
Beleg:
Kunde: “Kann man den Mai-Gouda wohl noch essen? Immerhin ist ja schon Juli.”
Nicht ganz Käse-fachmännische Verkäuferin: “Wissen sie, das heiß nur, dass der Gouda von der neuen Ernte ist.”
Ich konnte mir weder das Lachen verkneifen, noch mir vorstellen, wie wohl Käse geerntet wird. Ob der wohl auf Bäumen oder Sträuchern wächst, auf dem Boden wie Melonen oder gar unterirdisch?
Vielleicht wollte sie ja auch tatsächlich sagen, dass der Mai-Gouda von der Milch gemacht wird, die im Mai gemolken wird, wenn die Kühe erstmals wieder Frischfutter bekommen. Vielleicht hat sie sich nur sehr unglücklich ausgedrückt.
Naja, so lange nicht wieder eine Kundin fragt, ob man den Montagnolo auch am Dienstag essen kann, kann es ruhig noch heißer werden.
Geflügelte Worte
24. Jun. 2009 · 572 mal gelesen | Kommentar schreiben »
Heute versuche ich mal, eine neue Themenreihe auf dem Pumi Blog anzufangen. Ich nenne sie:
Das falsche Wort am falschen Platz
Heute: “Schiss haben“:
“Schiss” in seiner ursprünglichen Bedeutung ist eine umgangssprachliche Beschreibung für Exkremente (sowohl menschlichen als auch tierischen Ursprungs).
Die Redewendung “Schiss haben” kann aber auch als Umschreibung für “sich fürchten”, “Angst haben” verwendet werden. Vorausgesetzt es steht im passenden Zusammenhang.
Heute hat eine ältere Stammkundin eine ausführliche Katzenstreu-Beratung gebraucht. Ihr Problem: “Ich brauche dringend wieder das XYZ-Katzenstreu. Beim letzten Mal habe ich das andere mitgenommen, aber das mögen meine Katzen nicht. Und jetzt habe ich Schiss…”
So genau wollte ich das garnicht wissen.
Vielleicht kennt ihr auch Geschichten mit dem falschen Wort am falschen Platz, dann her damit!
Noch was ganz anderes:
ist “Red Bull” eigentlich auch ein geflügeltes Wort?
Der Kunde ist König
12. Jun. 2009 · 3.374 mal gelesen | 6 Kommentare »
Vorbemerkung: Fronleichnam ist in Baden-Württemberg Feiertag, der gestrige Tag war also für große Teile der Bevölkerung frei.
—
Ich hasse “Brückentage” !
Genau genommen ist es nach jedem Feiertag das selbe: die Kundschaft konnte einen Tag lang nicht aus der Familienidylle zur Arbeit flüchten, weil ja frei war. Den Brückentag hat man natürlich auch noch ausgenutzt, damit man länger frei hat, übersieht dabei aber, dass man ja dann noch einen Tag länger der Familie nicht aus dem Weg gehen kann. Entsprechend gereizt taucht die Kundschaft beim Lebensmittelhändler auf. (Ich habe mir übrigens von Insidern versichern lassen, dass es auf der Bank fast genauso ist.)
An solchen Brückentagen haben wir im Laden nicht nur damit zu kämpfen, dass in der Woche ein Tag fehlt, es aber gleich viel Arbeit bleibt, sondern wir haben es auch noch (verständlicherweise) mit überdurchschnittlich vielen gereizten, genervten, unfreundlichen… Kunden zu tun.
Natürlich heißt es auch an einem solchen Tag “der Kunde ist König”. Egal mit welcher Stinkstiefeligkeit er dir den Tag versauen will, er/sie wird trotzdem freundlich und zuvorkommend behandelt. Auch wenn sie einen Aufstand macht, weil sie in 4 Schalen Erdbeeren, die sie gekauft hat, tatsächlich 5 Erdbeeren mit einer Druckstelle gefunden hat. Auch wenn seine Familie nun einen grausamen Hungertod sterben muss, weil in unserer Sammlung von mehr als 50 verschiedenen Fix-Produkten dasjenige fehlt, das er heute braucht. Auch wenn die Welt untergeht, weil sie nicht als erste bedient wird, obwohl sie zuerst da war und nur mal schnell etwas holen musste. Auch in all diesen Fällen, die natürlich nur ein seeehr kleiner Ausschnitt aus dem brückentäglichen normalen Wahnsinn sind, auch in all diesen Fällen muss man sich zurück halten und darf keinem von ihnen eine Nachhilfe-Lektion in Englisch geben wie in diesem Video:
Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie ich mich freue, dass der nächste Feiertag, der 3. Oktober, auf einen Samstag fällt. Allerheiligen ist an einem Sonntag und auch Weihnachten liegt optimal. Der nächste “Brückentag” ist erst am 2. Januar 2010.
[Video via Atomtigerblog]
Everlasting Love
5. Jun. 2009 · 755 mal gelesen | 2 Kommentare »
Nila hat mich in diesem Kommentar schwer kritisiert, weil ich kein Herz-Schmerz-Blogger bin. Das habe ich mir zu Herzen genommen und den Entschluss gefasst, zukünftig auch immer wieder die Nachfrage nach Herz-Schmerz-Geschichten zu bedienen.
Heute waren Frau und Herr L. wieder im Laden. Die beiden haben die Goldene Hochzeit schon einige Jahre hinter sich. Sie kommen regelmäßig miteinander zum Einkaufen (Herr L.: “Die lässt mich ja nicht allein aus dem Haus” – Frau L.: “Wenn ich alleine gehe, bringt der seither daheim alles durcheinander”).
Wenn die beiden da sind, ist immer was los. Sie sind für jeden Spaß zu haben und ärgern sich gegenseitig. Immer mal wieder erzählen sie auch eine Geschichte von früher. Meistens ist nicht nachvollziehbar, wie sie jetzt darauf gekommen sind – so wie heute. Heute haben sie erzählt, wie sie sich kennengelernt haben:
Er (romantisch verklärt): “Wenn sie draußen war um den Gehweg zu kehren, habe ich mich immer daneben gestellt und hab gesagt: ‘So isch es recht: immer sauber kehren!’…”
Sie (staubtrocken): “… und heute isch er immer noch ganz genau so!”
Ganz was scharfes
5. Mai. 2009 · 504 mal gelesen | Kommentar schreiben »
Im Laden habe ich eigentlich nur ein Werkzeug, das ich wirklich täglich brauche: mein Messer.
Die Waren, die wir bekommen, sind alle mehr oder weniger gut verpackt. Sie sind eingeschweißt in Folie, zusammen gebunden mit irgendwelchen Bändern oder eingepackt in Kartons. Vieles wird geliefert, was man ohne Hilfsmittel nicht aus seiner Verpackung befreien könnte. Deshalb trage ich fast immer ein Messer bei mir.
Solche Messer habe ich auch noch nie selbst kaufen müssen. Sie gehören -neben Kugelschreibern- zu den beliebtesten Mitbringseln der diversen Handelsvertreter. Und so ein Messer als Werbegeschenk ist mir auch um ein Vielfaches lieber als irgendwelcher nutzloser Ramsch.
Ich befreie also allerlei Waren mit einem Messer aus ihren Verpackungen. Was aber, wenn ein Messer so verpackt ist, dass man es ohne Messer nicht heraus bekommt?

Etwas für die Gesundheit tun
3. Mai. 2009 · 408 mal gelesen | Kommentar schreiben »
Auch als Außenstehender kann man sicher verstehen, dass es nicht gerade angenehm ist, arbeiten zu müssen, wenn überall von einem ‘langen Wochenende’ zu hören ist und (fast) alle frei haben. Noch dazu an einem Samstag direkt nach einem Feiertag, an dem alles drunter und drüber geht – an dem Lieferanten kommen, die sonst auf Freitag und Samstag verteilt kommen, an dem Bestellungen geschrieben werden müssen, die sonst auf Freitag und Samstag verteilt geschrieben werden, von den Kunden ganz zu schweigen…
Doch manchmal kann eine kleine Begebenheit den ganzen Chaos-Tag retten. Manchmal lässt eine kleine Geschichte die ganze Arbeit und das ganze Durcheinander vergessen. Die kleine Geschichte von gestern hat mich so begeistert, dass ich sogar heute am Sonntag gerne an die Arbeit denke.
Das war so: da ist die Rentners-Frau, die oft mit ihrem Mann zusammen zum Einkaufen kommt. Gestern war sie mal alleine da. Sie hat gefragt, ob wir denn kein Tipp-Ex mehr haben. Wir hatten tatsächlich keines. Also habe ich sie gefragt: “Vielleicht können Sie auch Deckweis für den Wasserfarbenkasten gebrauchen. Was machen sie denn damit?”.
Die Antwort hat mir den ganzen Chaos-Tag gerettet. Die Kundin hat geantwortet: “Au ja, das geht sicher auch. Wissen Sie, mein Mann streicht immer die Texte auf den Zigarrettenschachteln aus.”
Ich habe zwar vergessen, wie ich es geschafft habe, in dem Moment ernst zu bleiben und mich nicht laut lachend auf dem Boden zu wälzen, aber diese Idee werde ich mit Sicherheit nicht wieder vergessen. Welch geniale Idee, etwas für die Gesundheit zu tun, indem man die Gefährdung der Gesundheit einfach ausstreicht.
Wieder einmal behält der legendäre Fachman für Sport und Gesundheit Recht:
“Ein leidenschaftlicher Raucher,
der immer von der Gefahr des Rauchens für die Gesundheit liest,
hört in den meisten Fällen auf
- zu lesen.”
Winston Churchill
Hamsterleben
24. Apr. 2009 · 475 mal gelesen | Kommentar schreiben »
Manchmal kommt es mir so vor, als ob alles was ich mache letztlich zu nichts führt.
Manchmal kommt es mir so vor, als ob ich nicht wirklich von der Stelle komme.
Manchmal kommt es mir so vor, als ob ich mich völlig sinnlos abstrample.
Manchmal kommt es mir so vor, als ob es immer pausenlos so weiter geht…
Manchmal komme ich mir vor wie der Hamster in diesem Video:
Fachmännische Diagnose
22. Apr. 2009 · 744 mal gelesen | 4 Kommentare »
Wir leben in einer Zeit, in der jeder auf das gesammelte Fachwissen der ganzen Welt zugreifen und es nutzen kann. Dieser Umstand macht jeden zu einem uneingeschränkten Fachmann für alles. Präzise Diagnosen und wertvolle Ratschläge machen den vermeintlichen Laien zum universellen Spezialisten.
So auch die Kundin, die irgendwie bemerkt hat, dass ich niesend und mit roten Augen meine Arbeit verrichtet habe.
Ihre fachmännische Diagnose: “Vielleicht sind Sie gegen Heuschnupfen allergisch…”
Krösus
14. Apr. 2009 · 466 mal gelesen | Kommentar schreiben »
Nach langem gibt’s heute (endlich) mal wieder eine Geschichte aus dem Laden:
Ferienzeit ist die Zeit, wo auch Schulkinder mal wieder mit der Mutti zum Einkaufen mitkommen dürfen. Und diese Chance kann man ja nutzen, um auch mal ausgefallene Wünsche zu äußern.
Schade nur, wenn die Mutti nicht einverstanden ist und die Frage mit einer Gegenfrage beantwortet: “Bin ich vielleicht Krösus?”
Aber der Junior heute blieb trotzdem Punktsieger – dank seiner spontanen, kreativen und trotzigen Reaktion:
“Und wenn du’s wärst – du würdest mir trotzdem nichts kaufen!”


