Hochwasser

Ein Mann ist von Überschwemmungsfluten eingeschlossen, Und als das Wasser ansteigt, klettert er auf das Dach seines Hauses und wartet darauf, das ihn jemand rettet. Ein Bursche in einem Motorboot fährt vorbei und sagt: “Spring rüber, ich rette dich.”
“Nein, danke”, sagt der Mann auf dem Dach, “Gott wird mich retten.”
Aber das Wasser steigt weiter. Ein paar Minuten später fliegt ein Rettungshubschrauber über das Haus und der Pilot wirft eine Leine runter.
“Nein, danke”, sagt der Mann auf dem Dach, “Gott wird mich retten.”
Aber die Fluten steigen immer höher, überschwemmen das Dach, und der Mann ertrinkt.
Als er in den Himmel kommt, stellt er Gott zur Rede: “Mein Gott warum hast du mich nicht gerettet?”
“Du Idiot”, sagt Gott, “ich habe doch ein Rettungsboot geschickt und dann noch einen Hubschrauber.”
(aus Lance Armstrong: Tour des Lebens)

Lichblitze vom Himmel, brennende Büsche und Engel mit Posaunen sind eher selten. Der Gott, an den ich glaube, wirkt viel häufiger durch alltägliche Kleinigkeiten und durch die Menschen um uns herum…

Ganz unten

Dienstag, der 13.: Es gibt Tage, da geht einfach alles schief. Aber manchmal kommt alles noch viel schlimmer… So viel schlimmer, dass die Zweifel kommen, ob es überhaupt irgendwas wie nen Gott da oben geben soll. “…wenn, dann hat er mich wohl aus Versehen fallen gelassen…”

Gedanken für ins Loch Gefallene…

Es war einmal ein Mädchen, die ist in ein tiefes Loch gefallen. In ein so tiefes Loch, dass sie nicht wieder raus kam. Sie strengte sich an, versuchte zu hüpfen und zu klettern. Aber was sie auch versuchte, sie kam nicht aus diesem Loch raus. Verzweifelt wie sie war, starrte sie nach oben. Und da oben sah sie nichts als den blauen Himmel. Jetzt fiel ihr ein: “Himmel? Da war doch was? Dort muss doch irgendwo Gott sein!” Aber so sehr sie auch nach oben starrte, sie sah nur den Himmel. Von Gott war da keine Spur. Da fing sie an zu zweifeln: “Gibt es diesen Gott wirklich? Hat er mich wohl aus Versehen fallen gelassen? Wahrscheinlich ist er sogar dran schuld, dass ich hier unten bin! … wenn es ihn überhaupt gibt.” Sie schaute weiter nach oben, sie streckte den Hals und versuchte ganz genau zu schauen. Aber ohne Erfolg. Da steckte sie nun in ihrem Loch starrte nach oben und konnte keinen Gott finden.

Vielleicht hätte sie nicht nach oben schauen sollen, sondern nach unten. Der Gott, den sie da oben vergeblich suchte, war schon lange zu ihr hinunter geklettert. Er war bei ihr da unten. Er wartete nur darauf, dass sie auf seine Schultern stieg um aus dem Loch raus zu kommen.

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Ein bisschen

Ein bisschen …

»Habt ihr mal schnell ein bisschen Zeit ?«
Und dann kommt die Bedienung und fragt:
»Soll ich noch mal Pommes Frites bringen?« - »Ja, gerne, aber nicht so viel, nur ein bisschen«.
»Möchtest du Sahne auf den Kuchen?« - »Nur ein bisschen«.
»Willst du noch mal vom Hefezopf?« - »Ja, aber nur noch ein bisschen«.

Alles mögliche ist heute nur »ein bisschen«:
Nur ein bisschen Fett in der Margarine - Rama light
Nur ein bisschen Zucker - Cola light
Nur ein bisschen Alkohol - Jever light

»Hast du auf Mathe gelernt?« - »Nicht viel, nur ein bisschen«.
»Habt ihr mal schnell ein bisschen Zeit ?«

In der 5. Klasse gab es diese Liebesbriefe »Willst du mit mir gehen?« mit 2 Kästchen zum ankreuzen. Da wäre die Antwort »Gerne, aber nur ein bisschen« gewaltig daneben gewesen.

»Lässt du dich konfirmieren?« - »Also ich mach’ das nur so ein bisschen«.
Gott light gibt es nicht.
»Glaubst du an Gott ?« - »Ja aber nur ein bisschen«.
Das ist feige. Das funktioniert nicht.

Denkt mal ein bisschen darüber nach …

(c) by Pumi

Meine Zeit …

Brunchgottesdienst in Backnang:

Es gibt Tage die bleiben ohne Sinn
Hilflos seh ich wie die Zeit verrinnt
Stunden, Tage, Jahre gehen hin
Und ich frag, wo sie geblieben sind

Meine Zeit steht in deinen Händen
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir

 

(Peter Strauch)

 

Sanduhr

Foto: Wilhei55

(Danke an Sonja für die Predigt)

Die Tür zum Reich Gottes

“Zwei Mönche fanden in einem alten Buch die Verheißung, dass am Ende aller Straßen, da, wo Himmel und Erde sich berühren, die Tür zum Reich Gottes sei. Wer dort mit reinen Händen anklopfe, dem werde aufgetan, und er dürfe eintreten in Gottes Gegenwart und Gottes Herrlichkeit.
Die beiden erbaten sich Urlaub und zogen los. Über viele Straßen wanderten sie, ertrugen Hunger und Kälte und die anderen Beschwernisse des Weges. Sie wurden müde und sie wurden alt, aber eine große Sehnsucht trieb sie weiter.
Und endlich waren sie am Ziel: Vor sich sahen sie die Tür zum Reich Gottes. Sie reinigten sich gründlich, sieben Tage lang, dann klopften sie an. Es wurde geöffnet. Zaghaft, wie Kinder, fassten sie sich an den Händen, schlossen die Augen und traten über die Schwelle. Als sie die Augen auftaten, waren sie zu Hause in ihrer eigenen Zelle.”

“…siehe das Reich Gottes ist mitten unter euch”
(Lukas 17,21)

“…das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.”
(Lukas 10,9)

 

Da sind die beiden unterwegs auf der Suche nach dem Reich Gottes. Sie haben erfahren, dass es ganz weit weg sein soll. Sie machen sich auf einen langen, anstrengenden Weg. Sie mühen sich ab, damit sie es schaffen, zum Reich Gottes zu kommen. Doch in dem Moment, wo sie denken, am Ziel ihrer Bemühungen zu sein, lernen sie etwas ganz wichtiges: das Reich Gottes muss man sich nicht durch Entbehrungen, Bemühungen und Beschwernisse erarbeiten. Das Reich Gottes ist schon hier, bei dir zu Hause in deinem Zimmer, bei deiner Arbeit, in deiner Welt. Du musst nicht zum Reich Gottes kommen, das Reich Gottes kommt zu dir.