Albula - Bernina - Julier

Albula - Bernina - Julier

26.5.2005

Straßenkarte

Tiefenkastel - Bergün - Albulapass - Samedan - Pontresina - Berninapass - St. Moritz - Julierpass - Savognin - Tiefenkastel

Die spontanen Ideen sind oft die besten…

Am Mittwoch morgen sagte der Herr vom Wetterbericht: “Traumhaftes Wetter am morgigen Feiertag!”

Also hab ich gleich nach der Arbeit mal wieder mein Rad ins Auto gepackt und ab nach Tiefenkastel. Übernachtet habe ich - wie schon im letzten Jahr - wieder im Hotel Rätia.

Am Donnerstag morgen war ich noch recht müde (Champions-League-Finale mit Verlängerung und Elfmeterschießen…), deshalb war ich froh, dass die ersten Kilometer recht flach sind (200 hm auf 12 km).
Zwischen Filisur und Bergün wird es dann deutlich steiler mit Abschnitten bis 12%. Auch die Eisenbahn bezwingt diesen Anstieg, dazu wurden eine beeindruckende Streckenführung mit zahlreichen Brücken und Tunneln gefunden. Stellenweise kommt man sich vor wie in einer viel zu großen Märklin-Landschaft…

Gleich nach Preda verschwindet die Eisenbahn endgültig im Tunnel. Die Straße windet sich weiter nach oben. Der größte Teil des Verkehrs fließt über den “parallel” verlaufenden Julierpass, so dass mir auf der schmaleren aber auch viel schöneren Albula-Straße nur sehr wenige Autos, ein paar Dutzend Motorräder und vier Radfahrer begegnet sind.

Bei strahlendem Sonnenschein erreichte ich erst die Baumgrenze und dann die Schneegrenze. Mir boten sich Aussichten, die nur schwer auf einem Foto festzuhalten und noch schwerer zu beschreiben sind.

Nach einem letzten steilen Abschnitt (bis max. 12%) kam ich auf der Passhöhe an. Ich war wirklich erstaunt, dass ich die ersten 30 km und 1500 hm schon hinter mir hatte. Vor einigen Jahren war ich die Strecke schonmal gefahren, und ich hatte sie deutlich schwerer in Erinnerung.

Die Abfahrt von der Passhöhe beginnt mit einem flachen Teil antlang einem Bergsee bevor es dann recht steil und in einigen engen Serpentinen hinab ins Tal nach La Punt (1687 m) geht.

Da es gerade erst Mittag war, entschloß ich mich, nicht gleich wieder über den Julierpass zurück zu fahren, sondern als Zugabe auch noch den Berninapass mitzunehmen. Zuerst plünderte ich aber noch einen kleinen Lebensmittelladen in La Punt und gönnte mir ein ausgiebiges Mittagessen.

Von La Punt aus fuhr ich fast eben durch das Oberengadin auf einer langweiligen, breiten Straße mit viel Verkehr (nur auf dem Foto einen Moment lang nicht) aber schöner Aussicht. Bis Pontresina steigt die Straße auf 15 km nur ca. 150 m an. Dazu wurde ich vom kräftigen Rückenwind quasi durch das Berninatal geschoben.

Erst nach Pontresina folgt ein steileres Stück, wo ich mich freute, dass die grandiose Aussicht immer wieder zu einer kleinen Verschnaufpause einlud.

Schon bald wird die Steigung wieder geringer, so dass die Eisenbahn lange Zeit parallel zur Straße fahren kann. Trotzdem mussten die 600 Höhenmeter natürlich bezwungen werden, auch wenn der Wind ordentlich mitgeholfen hat.

Nach dem obligatorischen Pass-Foto fuhr ich dieselbe Strecke wieder hinunter. Diesmal zwar gegen den Wind, aber bergab störte mich das nicht im Geringsten…

Zurück im Engadin geht es wieder ziemlich eben an St. Moritz vorbei bis Silvaplana. Dort beginnt der Anstieg zum Julierpass. Es geht mit 13% Steigung gleich richtig los. Nach ca. 2 km wird es weniger steil, aber die dünne Luft und die Hitze in der prallen Sonne setzten mir zu, so dass ich ordentlich zu kämpfen hatte.

Die Anstrengungen waren aber schnell vergessen, denn von der Passhöhe an geht es 30 km lang nur noch bergab. Und so kam ich nach 140 km und 2700 hm wieder in Tiefenkastel an.

Fazit: Wieder mal eine Traumtour. Wie gesagt, die spontanen Ideen sind oft die besten…

Höhenprofile:

Albulapass von Tiefenkastel

Berninapass von Samedan

Julierpass von Silvaplana

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