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Kehrwoche

7. Feb. 2009 · 1.222 mal gelesen | Keine Kommentare »

Ich habe ja schon erwähnt: es ist schön, da wo ich wohne.

Man führt ein beschauliches Leben, da wo ich wohne. Außergewöhnliches passiert sehr selten, da wo ich wohne. Eigentlich müsste ich sagen: man gewöhnt sich sehr schnell an Außergewöhnliches… Für Fremde könnte so manches schon ein wenig seltsam erscheinen. Es gibt hier Leute, die in ihrem 4 Quadratmeter großen Hühnerstall ein Radio installieren, das mit voller Lautstärke irgendwelche Schlager-Sender durch die Nachbarschaft dröhnt. Wie gesagt: man gewöhnt sich sehr schnell an Außergewöhnliches, auch an den Hühner-Gacker-Sierra-Madre-Mix.

Man führt ein beschauliches Leben, da wo ich wohne. Außer am Samstag. Samstags ist alles anders.

Wie überall im Schwabenland wird der Samstag für sinnvolle Arbeiten genutzt. Die allgemeine allsamstägliche Autowaschpflicht ist zwar noch nicht eingeführt, aber es scheint so. So bald der Schnee geschmolzen ist, muss der Rasen gemäht werden. Wenn es im Lauf der Woche irgendwann geregnet hat, werden die Fenster geputzt. Wenn nicht, dann kann man auch schon mal prophilaktisch die Blumenbeete gießen – das gern auch bevor der Schnee geschmolzen ist.

Weit über das Schwabenland hinaus bekannt, aber nur hier in Vollendung praktiziert, ist die so genannte Kehrwoche, der Gipfel der samstäglichen Arbeitspflicht. Am Samstag wird der Hof gekehrt. „Des kehrt g’hört sich so!“

Drum hör ich jetzt auch pünktlich um 8:00 Uhr schnell mit diesem Artikel auf, damit ich nicht zu spät anfange zu Kehren. Als Homage an die schwäbische Kehrwoche hier noch ein Video. Mögen alle die das sehen, zur besten und ordentlichsten Kehrwoche aller Zeiten motiviert werden.

Das sind zwar keine Schwaben, die man da sieht, aber das ist ja noch mehr Motivation…

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